Anne Holt - Der norwegische Gast, 8.Fall

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helga Avatar

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Als ein Zug im norwegischen Finse im Schneesturm entgleist, müssen alle Passagiere im nahegelegenen Berghotel untergebracht werden, wo allerdings bereits nach kurzer Zeit ein Mord an einem Pastor passiert. Da aber alles zugeschneit ist und niemand das Hotel erreichen noch von dort weg kann, spitzt sich die Lage mit der Zeit zu. Noch dazu, wo sich einige Menschen in einem anderen Trakt befinden und sich von den anderen total abgeschotten. Niemand weiß wer sie sind.
Man erfährt während des Aufenthalts im Hotel eine ganze Menge über die einzelnen Fahrgäste, unter denen sich nun ein Mörder befindet. Unter anderem befindet sich auch die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen unter ihnen, die vor ein paar Jahren bei einem Einsatz angeschossen wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt.
Die Geschichte ist äußerst interessant und Anne Holt ist eine gute Mischung von Details und kriminalistischer Erzählung gelungen. Die einzelnen Personen sind sehr intensiv gezeichnet und haben großteils sehr extreme Charaktere. Trotzdem alles sehr ausführlich beschrieben wird, ist es keine Sekunde langweilig und man hat das Gefühl, man befindet sich selbst unter all den Menschen im Hotel.
Hanne Wilhelmsen hat in ihrem Rollstuhl sehr viel Zeit, um alle Menschen genau zu beobachten und einiges über sie in Erfahrung zu bringen und nach und nach wird ihr klar, wie alles zusammenhängt und wer der Mörder ist. Eine wirklich tolle Geschichte, die nicht nach 08/15 abläuft. Es gibt zwar ein paar Fehler mit "Du" und "Sie" und einmal eine Namensverwechslung, aber es hat nicht sonderlich gestört.
Leider habe ich bis jetzt noch keinen Hanne Wilhelmsen-Krimi gelesen und mir fehlt daher das ganze Insiderwissen über die Kommissarin, was ich sehr bedaure. Werde aber bei Gelegenheit vielleicht doch noch mit dem 1.Fall der Serie beginnen.