Viel Frankreich, wenig Krimi

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maren Avatar

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Jacques Ricou, ein Richter aus Paris, untersucht den Todesfall eines tief in einen Korruptionsskandal verstrickten Mannes. Seine Freundin Margaux wittert als Journalistin eine aufregende Story, was sie allerdings bald in Lebensgefahr bringt.
Und auch Jacques selbst bekommt Probleme; man bezichtigt ihn der Vergewaltigung. Der Richter ahnt, dass sich hinter seinem aktuellen Fall weit mehr verbirgt, als er bisher annahm. Und so steckt er schnell bis zum hals mit drin und muss um mehr als nur um seinen Ruf fürchten.

Dies ist der 3. Band der Reihe um den Pariser Richter Jacques Ricou, der Roman lässt sich jedoch problemlos ohne Kenntnisse der anderen Bände verstehen. Ulrich Wickert hat einen leicht zu lesenden Schreibstil und es ist zu merken, dass er Frankreich wirklich gut kennt; seine Beschreibungen von Land und Leuten sind erstklassig.
Leider kann ich das nicht von der Spannung behaupten, denn außer im letzten Viertel plätschert der Roman ziemlich dahin. Es ist ein Krimi, der allerdings neben dem eigentlichen Fall auch eine Menge französische Lebensart drin hat. Das ist zum entspannten Lesen sicherlich schön, wer allerdings Aufregung und Action erwartet, wird enttäuscht sein.
Mir hat das französische Flair des Romans zwar gefallen, aber handlungsmäßig steckte mir in dem Kriminalfall einfach zu wenig Spannung. Zum Ende hin nahm die Handlung zwar schön an Tempo auf und wurde spannend, aber das war mir insgesamt betrachtet einfach zu wenig.
Auch blieben mir die Figuren zu distanziert, es kam für mich kein Mitfiebern auf.