Die (mindestens) zehn Leben eines Schuhs

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sassenach Avatar

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Bisher war mir der Autor Vincent Delecroix unbekannt. Die Beschreibung von "Der Schuh auf dem Dach" klang interessant, humorvoll und originell. So hatte ich an die Leseprobe recht hohe Erwartungen und wurde ganz und gar nicht enttäuscht. Namenlose Ich-Erzähler sind die Protagonisten der ersten beiden Geschichten. Sie erzählen je eine Variante, wie der Schuh auf dem Dach landete. An sich mehr oder minder alltägliche Situationen, auf eine zauberhafte Art und Weise erzählt.

Die erste Geschichte "Kindermund tut Wahrheit kund?" wird in einem atemlosen Stil von einem Vater erzählt, der nachts von seiner kleinen Tochter geweckt wird. Hat das Mädchen tatsächlich einen traurigen Engel gesehen? Am Ende der Geschichte hält der Erzähler eine gelungene Überraschung für seine Leser bereit. Der Dialog zwischen dem schlafunwilligen Kind und dem übermüdeten Vater hätte noch viel länger sein können.

Auch in der zweiten Geschichte wird von einem Expartner erzählt, der nicht loslassen kann, nachts in die Wohnung seiner Ex eindringt und den Schuh seines Nachfolgers auf das Dach des Hauses gegenüber wirft.

Ob der Einbeinige nochmal auftaucht? Oder der Engel? Werden die zehn Episoden am Ende weiter verknüpft? Eine sehr originelle Idee verpackt in ein Buch, das mich schon nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen hat.