Ergreifende Familiengeschichte

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
helga Avatar

Von

Es ist die Lebensgeschichte von Lucy und Howard Coulter, die nach dem plötzlichen Tod von Lucy, den keiner verstehen kann, aufgearbeitet wird. Howard und die drei Kinder, Frankie, der Älteste, Kipper, vierzehn Jahre, hat das Down-Syndrom und Ethel, elf Jahre, haben große Probleme, mit dem Tod der Mutter zu Recht zu kommen. Howard macht sich große Vorwürfe, weil er ein Geheimnis hütet, welches er Lucy nie erzählt hat, was ihn aber nun sehr belastet.

Die Geschichte wird abwechselnd in zwei Handlungssträngen erzählt, der eine in der Gegenwart aus der Ich-Perspektive von Ethel und der zweite von Howards Vergangenheit.

Howard hat Lucy in der Grundschule kennen gelernt, und sie 1941, mit zwanzig Jahren, eine Woche bevor er mit seinem Freund Gordy in die kanadische Armee eingetreten ist, geheiratet. Howard und Gordy wurden zur Verstärkung der britischen Garnison nach Hongkong geschickt, wo sie vier Jahre verbrachten.

Diese vier furchtbaren Jahre in Hongkong werden sehr einfühlsam erzählt, obwohl einem manchmal der Atem wegbleibt. Man erlebt alles hautnah mit, auch die Geschichte mit Gordy, der in Hongkong seine chinesische Liebe Shun-ling findet, aber alles geheim halten muss. Als Howard dann endlich wieder zu Lucy nach Hause kommt, ist er ein depressiver, gebrochener Mann und er spricht auch nicht mit ihr über diese Jahre, auch nicht über sein großes Geheimnis.

Ethel erzählt aus ihrer Sicht die Geschichte danach. Vom Vater, der meist in sich gekehrt ist, mit den Kriegserinnerungen kämpft und zum Alkoholiker wird. Von der geliebten Mutter, die sich besonders liebevoll um Kipper gekümmert hat und ihren plötzlichen Tod, der nun über allen schwebt. Ethel kümmert sich besonders um Kipper, der sehr an ihr hängt. Durch Zufall erfährt sie von dem Geheimnis ihres Vaters und irgendwann verbinden sich diese beiden Handlungsstränge.

Es ist eine sehr ergreifende Geschichte, die mit sehr viel Gefühl erzählt wird und in der sehr detailliert auf die einzelnen Personen eingegangen wird. Auch wenn zwischendurch immer wieder etwas Traurigkeit aufkommt, so habe ich sie doch sehr gerne gelesen und sie hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
 

 

Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbek.)