Der Trakt

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eule90 Avatar

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Sibylle wacht in einem Krankenzimmer auf, angeschlossen an einen Monitor, bei ihr ein Arzt, der irgendwie sonderbar wirkt. Schnell wird ihr klar, dass etwas nicht stimmt und sie fliehen muss. Und noch etwas schießt ihr in den Kopf: Ihr Sohn Lukas, er wurde entführt! Sie muss ihn unbedingt suchen. Die Flucht aus dem Krankenhaus gelingt ihr überraschend schnell und einfach. Auf dem Weg nach Hause trifft Sibylle auf Rosie, eine gutmütige, ältere Dame, die sie nach Hause fährt. Doch dort erwartet sie der nächste Schock: Ihr Mann Johannes bestätigt zwar, dass seine Frau vor zwei Monaten verschwunden ist und Sibylle Aurich heißt, jedoch streitet er ab, die Sibylle, die vor ihm steht zu kennen. Auch hatten er und seine Frau nie einen Sohn. Sibylle versteht die Welt nicht mehr. Sie weiß doch wohl, dass sie einen Sohn hat! Oder wird sie langsam verrückt? Johannes holt die Polizei und auch die scheint Sibylle nicht zu glauben. In ihrer Not wendet sie sich wieder an Rosie, die einzige Person, der sie trauen kann. Mit ihr zusammen versucht Sibylle herauszufinden, was mit ihr geschehen ist. Das Ganze ohne die Polizei, denn die wird sie wahrscheinlich festnehmen und in eine geschlossene Anstalt stecken, wenn sie sie finden. Während ihrer Recherchen läuft ihr immer wieder ein Mann über den Weg, den sie schon bald näher kennenlernt: Christian Rössler. Dieser sucht seiner Schwester, der ähnliches passiert ist, wie Sibylle und er ist sich sicher, dass Rosie in die ganze Sache ebenfalls verwickelt ist. Sibylle wendet sich von Rosie ab, die ihr in der Tat immer komischer vorkommt, und setzt ihre Nachforschungen zusammen mit Christian Rössler fort. Sie trifft weitere Freunde und Bekannte, die sie jedoch alle nicht erkennen. Langsam fallen ihr immer mehr komische Dinge auf: Einer der Polizisten lässt sie ständig laufen, wenn er die Gelegenheit hätte, sie festzunehmen. Sie bekommt immer mehr das Gefühl, dass sie doch einen Sohn hat und auch andere Sachen in ihrem Leben anders waren, als sie es in Erinnerung hat. Und dann ist da noch Christian Rössler, der sich immer sonderbarer verhält. Dafür gibt es jedoch schon bald eine Erklärung, er erklärt ihr, dass er mit dem Polizisten Wittschorek zusammen arbeitet und dieser ihr deshalb so wohlgesonnen ist. Ihre Recherchen führen Sibylle und Christian Rössler nach München. Dort findet Sibylle schon bald heraus, dass ein Forschungsunternehmen in die Sache verwickelt ist. Sie fährt hin um weitere Informationen zu bekommen. Es beginnt ein riesiges Verwirrspiel, in dem Sibylle erfährt, dass sie Daniela heißt und die Erinnerungen der richtigen Sibylle Aurich ihr durch ein neues Verfahren eingeflößt wurden. Doch wer steht jetzt auf ihrer Seite und wer hat seine Finge im Spiel bei diesen bösen Machenschaften?

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich habe sofort angefangen zu überlegen, in welcher Situation Sibylle sich befindet. Schnell wurde auch ich jeder Person gegenüber misstrauisch, die in dem Buch auftauchte. Und je häufiger die Personen von Gut zu Böse oder zurück wechselten, desto schlimmer wurde mein Misstrauen. Es fiel mir sehr leicht, mich in die Protagonistin hinein zu versetzen. Dies war nur so leicht möglich, da der Schreibstil einen in seinen Bann zieht und man sich als Leser alles sehr gut vorstellen kann, ohne genaue Bilder vorgegeben zu bekommen.
Sehr gut hat mir gefallen, dass bis zur letzten Seite nicht endgültig klar war, wer auf welcher Seite steht. Auch die große Frage, ob es den ominösen Sohn Lukas nun gibt oder nicht, wurde erst sehr spät und mit sehr viel Spannung aufgeklärt.
Nicht ganz so gut gefallen hat mir die Tatsache, dass auf der letzten Seite doch noch Liebe ins Spiel kam. Und zwar zwischen Sibylle, bzw. Daniela und dem Polizisten Wittschorek. Das war mir zu klischeehaft und hätte nicht notgetan. Ich hatte mich schon gefreut, dass das Buch so gut ohne große Liebesgeschichten auskam. Das ist jedoch nur ein sehr kleines Manko. Ansonsten hat dieses Buch voll und ganz den Erwartungen entsprochen, die ich an ein Buch von Arno Strobel habe.