Der wahrhaftige Volkskontrolleur

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qendrim Avatar

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Der wahrhaft gute Pawel wird also zum Volkskontrolleur für die gesamte Sowjetunion ernannt. Stolz und dennoch mit etwas Wehmut, da er seine Familie für diese ehrenvolle Aufgabe verlassen muss, nimmt er natürlich diesen Auftrag an. Überzeugt vom System und seiner zukünftigen Tätigkeit begibt er sich auf eine spannende und für ihn lehrreiche Reise, auf der er Dinge erlebt und kennenlernt, die er nie für möglich hielt.

Wer nun meint, die Geschichte würde sich um Pawels neues Leben drehen, der irrt gewaltig. Schließlich wären da noch der Engel, der freiwillig das Paradies verlässt, um auf der Erde, eben in diesem Land "seinen" Gerechten zu suchen, den er ins Paradies führen kann. Oder auch der Direktor einer russischen Schule, dessen Leben einzig und allein von dieser Schule abhängig ist. Ohne diesen Ort, der er praktisch nur zum schlafen gehen verlässt, kann er sich sein Dasein gar nicht vorstellen. Skuril erscheint auch die Figur des Mannes, der das System mithilfe seines Papageis anprangert. Doch der beherrscht natürlich nicht nur Gedichte mit Unterton, sondern kann auch nach Bedarf regimetreu aufsagen.....

Ein Buch, das mir gefällt! Nicht einfach zu lesen und schon gar keine Lektüre für zwischendurch. Ein Buch, mit einem "Helden", der von vielen Begegnungen und anderen Geschichten umwoben ist. Vieles bleibt offen. Für mich schafft der Autor damit Platz für Inspiration und Gedanken.Keine Geschichte hat in diesem Buch ein wirkliches Ende. Haben Methoden und Handlungsweisen des Sytems in den Köpfen der Menschen ein Ende? So skuril und anspruchsvoll wie die Geschichten geschrieben sind, so beschreiben sie in unzähligen Bildern, wenn auch derart überzogen, einzig und allein den Menschen.

Dem Autor gelingt mit seinem Buch Beindruckendes: er gibt mit seinen Geschichten die Vorlagen und öffnet einen Raum des Nachdenkens.