Gutes Buch trotz inhaltlicher Schwächen

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angel_akasha Avatar

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Andrej Kurkow erzählt in seinem Roman von mehreren Geschichten in deren Vordergrund letzten Endes der auf Lebenszeit ernannte Volkskontrolleur Pawel Dobrynin steht. Anders als ich es eigentlich fast automatisch angenommen hatte, verstricken sich jedoch die Geschichten um beispielsweise Pawel selbst, einen Lehrer, einen Engel, etc. nicht zu einer großen abgeschlossenen, sondern bleiben für sich, bilden einzelne Einblicke in die verschiedenen Leben der Charaktere. Dieser Punkt hat mich während des Lesens immer wieder ein bisschen gestört, da mir einfach ein in sich schlüssiger Zusammenhang zu einer runden Geschichte gefehlt hat. Auch der Schluss des Buches war sehr plötzlich und ich stellte mir erst einmal die Frage, was das denn nun alles sollte?

Nachdem ich mir dann nach einigen Tagen noch einmal Gedanken über Kurkows Werk gemacht hatte, sind mir vor allem folgende Dinge in Erinnerungen geblieben und diese sind es auch, die dieses Buch ungeachtet der (meiner Meinung nach) unvollständigen Geschichte zu einem lesenswerten Roman machen: Der Autor hat einen wundervollen Schreibstil - witzig, poetisch, kritisch und das alles äußerst geschickt ineinander verwoben. Außerdem hat er die Gabe teils einzigartige und zugleich auch irgendwie normale und einfache Figuren zu erschaffen, was dem Werk einige Glatzlichter verleiht. Die Charaktere wirken stets sehr natürlich und dabei ist es egal, wie skuril sie teilweise in ihrem Handeln und Denken sein mögen. Ebenfalls gut gefallen hat mir die (System)Kritik, die oft nicht nur zwischen den Zeilen hervorbricht. 

Kurzum - ein Buch, das ich durchaus weiterempfehlen würde, aber vor allem wegen des Stils und der Figuren und eben nicht Jedem.