Himmel und Hölle auf Erden

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wolfgirl Avatar

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Bobby Dollar ist Anwalt und ein Engel. Er kämpft für die Seelen der Menschen und vertritt dabei den Himmel. Natürlich gibt es auch die Gegenspieler aus der Hölle die ebenfalls ihre Quote erfüllen wollen. So gibt es selbst im Jenseits genügend Bürokratie um sich fast wie auf der Erde zu fühlen.
So richtige Probleme bekommt Bobby erst als er zum Todesort eines Menschen gerufen wird und dort keine Seele vorfindet. Nun hat es die Hölle auf ihn abgesehen und selbst im Himmel weiß Bobby nicht mehr ob er allen trauen kann.

Die Geschichte wird in der Ich-Form aus der Sichtweise von Bobby Dollar erzählt. Dabei wendet er sich auch ab und an direkt an den Leser, was dem Erzählstil eine besondere Note verleiht. Sarkasmus und schwarzer Humor ist auch bei himmlischen Wesen erlaubt und so sind im Laufe der Story immer wieder kleine, feine Witze enthalten.

Der Protagonist erscheint mehr menschlich als himmlisch und wird wohl auch aus diesem Grunde schnell vom Leser als sympathisch eingestuft. Auch als Engel ist man vor Fehlern nicht gefeit und manchmal sind die Taten von Bobby als Engel ein wenig fragwürdig. Die teilweise schon ketzerischen Gedanken und scharf-züngigen Dialoge von Bobby Dollar sind auf jeden Fall eines der besonderen Pluspunkte des Buches.

Auch wenn die Geschichte selbst flüssig erzählt wird kommt es zu einigen unnötigen langgezogenen Phasen, in denen der Plot nicht richtig mehr vorangetrieben wird. Wäre dies ein wenig gestrafft worden, hätte das Buch noch mehr Spannung und Würze gehabt.
Die Auflösung kommt erst knapp vor dem Ende und wird fast ein wenig überstürzt abgehandelt. Hier bekommt man zwar ein solides Ende vorgesetzt mit nur einigen kleinen offenen Fragen, da dies aber eine Trilogie werden soll, stört es nur wenig.

Obwohl es von Engeln, Dämonen und Monstern wimmelt, ist das Buch für mich mehr Krimi als Fantasy gewesen. Ich würde es als paranormalen Krimi einstufen.

Mein Lesefazit:
Ein paranormaler Krimi der besonderen Art mit viel Witz und Sarkasmus, der zwar kleine Schwächen hat aber denoch empfehlenswert ist.
Von fünf Sternen vergebe ich vier. ****

Ich bedanke mich bei Vorablesen und dem Verlag Hobbit Presse Klett-Cotta für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.