Die Erbin

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lena sofia Avatar

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Das Cover dieses Buchs ist wundervoll, definitiv ein Eye-Catcher! Auch die Klappenbroschur ist definitiv gelungen, wenn man sie aufschlägt, leuchtet einem eine - vermutlich schwedische - Stadt bei Nacht entgegen, für diese Gestaltung ein großes Kompliment an Egmont Lyx❣
Das Buch ist aus der Perspektive der 3. Person geschrieben, das hat im Laufe der Geschichte begonnen, mich ein bißchen zu stören.
Der allwissende Erzähler in dieser Geschichte weiß natürlich auch genau über die Gefühle der Charaktere bescheid, aber - so geht es mir zumindest - durch die Ich-Perspektive werden für gewöhnlich die Gefühle besser rüber gebracht und man fiebert und leidet mehr mit den Charakteren mit.
Das hat Simona Ahrnstedt bei mir leider nicht geschafft, den Großteil der Geschichte über war bei mir eine gewisse Distanz zu den Charakteren. Trotzdem gab es ein paar besondere Stellen, die mir eine Gänsehaut verursacht haben.
Der Handlungsort ist sehr ungewöhnlich, zum einen in Schweden, was mir sehr gut gefallen hat, Stockholm wurde toll beschrieben!
Aber auch die Finanzbranche, die bei Liebesromanen für gewöhnlich nicht im Vordergrund steht, spielt hier eine sehr große Rolle.
Auf die Rolle der Frau in dieser Welt wird besonders eingegangen, der Fokus wird sehr auf das Thema Emanzipation gelegt, die Szenen zu dieser Thematik sind sehr überzeugend und nachvollziehbar - und macht auf jeden Fall nachdenklich!
Natalia ist das Gegenteil von dem Klischee der Protagonistin - auch wenn sie es manchmal versteckt, ist sie sehr selbstbewusst und weiß, was sie will.
In diesem Fall - David.
Sie ist zu Beginn eine sehr kühle Persönlichkeit, eine Eigenschaft, die sie durch den Großteil des Romans nicht abschütteln kann. Deswegen fiel es mir auch sehr schwer, eine Verbindung zu ihr aufzubauen, sie blieb immer etwas distanziert. Aber sie, und somit auch die Erzählweise, verändern sich im Lauf der Geschichte und ich konnte mit ihr wärmer werden.
So verhielt es sich meiner Meinung nach mit der ganzen Geschichte:
Am Anfang war ich etwas skeptisch, aber es wurde besser und vor allem spannender. Zwischendurch wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen❣
Es wird nicht nur aus Natalias und Davids Perspektive erzählt, auch deren Freunde und Natalias Verwandte erzählen aus ihrer Sicht ein wenig.
Vor allem die Geschichte um Natalias beste Freundin Asa und um Davids besten Freund und Geschäftspartner Michel war sehr faszinierend.
Wie so ziemlich in jedem New Adult Roman gibt es auch hier einen Charakter mit einer traumatischen Vergangenheit, die allerdings erst Stück für Stück enthüllt wird. Die Schäden, die dieses Erlebnis verursacht haben, waren durchaus nachvollziehbar, aber das Erlebnis an sich war für mich ein klein wenig übertrieben, vielleicht sogar ein Stück weit unrealistisch.
Aber vielleicht macht grade das unrealistische die Sache noch grauenvoller?

Mein Fazit
Ein spannender Roman mit ungewöhnlichen, neuen Handlungsorten - allerdings sind die Gefühle in der ersten Hälfte ein wenig auf der Strecke geblieben.
4 von 5 Sternen❣