Die Erbin

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
dear_christina Avatar

Von

"Die Erbin" von Simona Ahrnstedt umfasst 604 Seiten und ist im Oktober 2015 bei Egmont LYX erschienen.

>>'Sein Plan ist, sie auf seine Seite zu ziehen. Aber ihre Loyalität ist unantastbar.' Die Erbin Buchrücken<<


INHALT

Natalia De la Grip, hineingeboren in die überaus wohlhabende schwedische Oberschicht, ist eine der angesehensten Unternehmensberaterinnen Europas, nicht zuletzt dadurch, dass sie ausschließlich für ihre Arbeit zu leben scheint. Doch musste sie schon immer für ihren Erfolg und die Anerkennung ihres Vaters kämpfen. Ihr Ziel, einen Platz im Aufsichtsrat des milliardenschweren Familienunternehmens Investum, zu bekommen, hat ihr Vater ihr bislang verwehrt und ihre Brüder vorgezogen.
Als Natalia plötzlich von David Hammar – Schwedens jüngstem und erfolgreichstem Risikokapitalgeber – zum Lunch eingeladen wird, lässt sie sich nach kurzem Zögern darauf ein und ist überrascht, wie überwältigend die Anziehungskraft zwischen ihr und David ist. Doch was sie nicht weiß: David hat noch eine Rechnung mit ihrer Familie offen. Und die letzte Schachfigur, die er bewegen muss, um diese zu begleichen, ist Natalia...


MEINUNG

Die Geschichte wird sowohl aus Davids, als auch aus Natalias Sicht dargestellt. Hin und wieder lässt sich auch einmal ein Kapital aus der Sicht anderer Personen, wie z.B. Natalias Bruder, verfolgen. Dieser Aufbau hat mir wirklich sehr gut gefallen, da man so viel mehr Perspektiven auf das Geschehen erlangt und auch die Nebenfiguren besser beleuchtet werden.

Denn neben den beiden Protagonisten ist auch ihr jeweiliger Hintergrund und ihr Umfeld sehr genau ausgearbeitet worden. Jede einzelne Figur schien eine ganz eigene, bunte Geschichte zu haben und es hat mich immer wieder überrascht, wie umfangreich die Verknüpfungen und Berührungspunkte zwischen ihnen waren.
So würde es mich auch nicht überraschen, wenn auf "Die Erbin" noch weitere Bände im selbigen Universum folgen würden.

Besonders gut hat mir auch das Setting der Geschichte gefallen. Es ist das erste Buch dieses Genres, das ist lese, das im der schwedischen Finanzbranche spielt - bzw. in der Finanzbranche im Allgemeinen. Dies macht das Buch zu etwas Besonderem, obwohl ich leider sagen muss, dass der Geschichtsverlauf im Sonstigen für mich keine Überraschungen bereithielt.

Vermutlich liegt bei allen Büchern dieser Art ein sehr ähnliches Grundgerüst vor, sodass man von dieser Seite keine Überraschungen erwarten kann. Jedoch hätte ich mir eine andere "Verpackung" für Davids und Natalias Geschichte gewünscht, da das Setting eben so außergewöhnlich ist.
So hat mich die Autorin doch ziemlich ernüchtert zurückgelassen - so viel verschwendetes Potential!!

Mein größter Kritikpunkt ist in diesem Zusammenhang das Erzähltempo.
Auf der einen Seite gab es Stellen, wo sich die Seiten nur so wie Kaugummi gezogen haben. Alles, was passiert, schien so vorhersehbar und langatmig, teilweise auch schlicht unwichtig oder überflüssig. All das, was man sich jedoch gewünscht hätte, all das, was Spannung hätte bringen können, ließ Seiten über Seiten auf sich warten. Dabei wusste man ja, dass es noch geschehen würde, nur eben viel zu spät.
Bestes Beispiel hierfür wäre wohl (ich beschreibe es mal relativ vage, um nichts zu verraten) ein Information, die der Leser nach gut der Hälfte des Buches bekommt, die aber erst nach der weiteren Hälfte des Buches die Protagonisten erreicht. So habe ich dann hunderte Seiten gewartet und gewartet, während die Seiten gefüllt waren mit eher weniger wichtigen Belangen und teilweise grooooßem Drama von allen nur erdenklichen Seiten. Ein Fan vom großen Drama bin ich ja sowieso nicht, lässt sich bei diesem Genre aber wohl kaum vermeiden.

Auf der anderen Seite, passend zum eben genannten, gab es auch Stellen, wo viel zu wenig Seiten investiert wurden. Die Geschichte wurde kurzerhand abgefrühstückt. So war zum Beispiel das Ende aus meiner Sicht viel zu kurz gehalten und heruntergebrochen, einfach nicht rund.

So kann ich am Ende sagen, dass die Verteilung absolut nicht meins war. Hier zu viel, dafür dort zu wenig. 604 Seiten umfasst das Buch und ein- oder zweihundert Seiten weniger hätten es da auch getan.
Dabei hatte die Geschichte von David und Natalia alles, was es zu einer guten Geschichte braucht: liebevoll ausgearbeitete Figuren, ein besonderes Setting und tolle Protagonisten.