Das Fieber steigt

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linatost Avatar

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Es geht weiter mit den beiden rivalisierenden Freundinnen und ihre Lebenswegentwicklung könnte nicht unterschiedlicher sein. Immer noch neiden sie sich Gegenseitig kleinere und größere Erfolge aber gleichzeitig spornt es sie auch an besser zu werden. Immer wieder sind sie einander aber auch wirkliche Freundinnen die aufeinander Acht geben. Auch wenn die andere es vielleicht nicht gerade merkt oder umsetzen kann.

Auch die Nebencharaktere machen so manch unterschiedliche Entwicklung, wenn man alles auf so kurze Zeit liest kommt einen manches phantastisch vor. Aber wenn wir uns mal auf die Entwicklung unserer Schulkameraden gewöhnen merken wir doch wie das Leben so spielen kann.

Aber eine entscheidende Sache ist doch anders. Elena und Lina stammen aus einem ärmeren Viertel aus Neapel, das Leben dort ist hart und oft durch Gewalt geprägt. Die Menschen dort, speziell ältere sind oft ungebildet und können mit ihren Emotionen nicht immer gesellschaftlich gerecht umgehen. Die meisten müssen früh Erwachsen werden und für ihre Familien mit Sorgen. Eine Tatsache die mich an dem Buch am meisten erstaunt hat. Die Verantwortung und Entscheidungsgewalt die Jugendliche bereits mit 16 zu tragen haben, haben in unserer heutigen, deutschen Gesellschaft meist nicht einmal 24 Jährige. Das macht mir auch immer wieder bewusst wo dieser Roman spielt.

Der zweite Teil steht dem ersten in nichts nach. Ich habe ihn sogar als ein Stück weit besser empfunden. Allerdings liegt dies auch am Alter der Protagonisten. Ihre Ängste, ihre Gefühle die sie als heranwachsende haben sind mir noch bestens bekannt. Ich weiß nicht ob alles frei erfunden ist aber die Autorin hat ein sicheres Händchen für realistische Charaktere.