Mit Vollgas durch die Welt der Götter

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
gaviota Avatar

Von

Inhalt:
Elliot ist 12 Jahre alt und hatte bis zum vergangenen Jahr eine unbeschwerte Kindheit, aber nun ist alles anders. Seine Mutter ist krank, der Hof verwahrlost und Elliot weiß nicht, wo er das notwendige Geld für die Begleichung offener Rechnungen hernehmen soll. Sein cholerischer Lehrer und die gierige Nachbarin machen ihm das Leben auch nicht leichter.
Und dann taucht eines Tages auch noch dieses silberhaarige Mädchen in seinem Stall auf. Zunächst hält er sie für verrückt, aber dann muss er doch akzeptieren, das Virgo ein echtes Sternbild ist. Gemeinsam lassen sie dummerweise einen Dämon frei und nun stecken sie in echten Schwierigkeiten. Von den anderen Sternzeichen ist keine Hilfe zu erwarten und so wenden sie sich an Göttervater Zeus und seine Bagage. Und sie eilen herbei, um zu helfen und ihr Bestes zu geben.

Meine Meinung:
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich liebe dieses Buch. Die bizarre Welt zwischen Menschen, Sternzeichen und Göttern ist unterhaltsam, lustig, spannend und manchmal auch traurig bzw. nachdenklich stimmend. Rasant geht die aberwitzige Zusammenstellung von Persönlichkeiten auf die Suche nach dem entflohenen Dämon. Und dabei stehen sie sich auch gerne mal selbst im Wege.

Die Namen der Sternzeichen, die Götter der alten Sagen, wir alle kennen sie. In diesem Roman bekommen sie ein Gesicht, eine Figur. Auch wenn diese so ganz anders ist, als man bisher dachte. So wird aus dem stets in weiß gewandeten Blitze schleudernden Zeus ein gemütlicher väterlicher Typ, der in seinem bevorzugten geblümten Hemd eine Frau nach der anderen ehelicht.

Aphrodite, Athene, Hermes und all' die anderen weisen ihre bekannte Charakteristika durchaus auf, nur in die heutige Zeit transportiert und hemmungslos überzeichnet. Trotzdem würde man auch ohne Namensnennung sofort die einzelnen Götter benennen können. Das sie nicht alles richtig machen und gerne im Chaos landen, macht sie liebenswert und greifbar.

Aber das Buch ist nicht nur lustig, es zeigt auch schwierige Seiten, die Krankheit von Elliots Mutter, die anstehenden Schulden, Schwierigkeiten in der Schule. Man fühlt mit ihm und freut sich über Erfolge und Verbesserungen, auch wenn sich nicht alles in eitel Sonnenschein auflöst. Und das ist auch gut so, ein Klecks Realismus in der Geschichte tut dem Ganzen keinen Abbruch.

Ein Sonderlob möchte ich für die Übersetzer vom englischen Original in die deutsche Sprache aussprechen. Bis auf ein einziges Mal ist die Übersetzung wunderbar gelungen, es ist mit Sicherheit nicht einfach, Gags in eine andere Sprache zu übertragen.

Mein Fazit:
Ein - nicht nur für Kinder - sehr unterhaltsames Buch, welches ich vorbehaltlos weiterempfehle. 5 Sterne für intelligenten skurrilen Humor, der nicht zu flach, aber auch nicht zu anspruchsvoll rüberkommt. Ähnlich unterhalten gefühlt habe ich mich das letzte Mal bei der Lektüre von Harry Potter.
Das Buch findet einen festen Platz in meinem Bücherschrank und ich werde es sicherlich auch noch ein zweites Mal lesen.