Interessant und informativ

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hikowb Avatar

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Schon im ersten Kapitel des Buches merkt man, worum es geht. Es scheint mal jemand genau das zu schreiben, was er wirklich denkt, sieht und dabei fühlt. Der letzte Satz im ersten Kapitel hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, und ich habe das Buch ganz „intensiv“ weiter gelesen. Nicht nur als eine reine „Informationsaufnahme“ wie ich es bei solchen Bücher üblicherweise sehe.

Im zweiten Kapitel geht er dann gleich mit der westlichen Welt, allen voran den USA, hart ins Gericht. So deutlich, wie es in kaum einen anderen Buch geschieht.
In den folgenden Kapiteln geht es dann um Kriege im Allgemeinen, nicht nur im Nahen Osten, sondern auf der ganzen Welt. Die Spanne zieht sich von der Kolonialzeit bis heute. Er nennt die Schrecken des Krieges – eines jeden Krieges – ganz deutlich. Er geht auf die Opfer, vor allem auf die Frauen und Kinder des Krieges ein.

Was mich in diesem Buch dann stört, ist das der Autor den Westen, auch einzelne Politiker dann namentlich als Christen bezeichnet. Dass diese Personen es „im Namen Gottes“ tun. (Diese Formulierung kenne wir ja sonst nur aus der islamischen Welt). Allerdings haben diese Menschen mit dem Gott der Bibel nichts, aber auch gar nichts am Hut. Danach geht er sogar noch einen Schritt weiter, und legt die Bibel und den Koran aus. Das endet dann darin, dass der Koran ein Buch des Friedens und die Bibel (Altes- und Neues Testament) ein Buch des Krieges ist. Ich persönlich lese in der Bibel aber vom Evangelium und das es die einzige Aufgabe von uns Menschen ist, dies zu verkündigen! Schade, dass man Gottes Wort so verdreht.

Gegen Mitte des Buches kommt er dann zur Berichterstattung über die Kriege Jemen und in Syrien zurück. Er beschreibt dabei Dinge, die er und sein Sohn Frederic tatsächlich erlebt haben. Also Mittendrin! Er beschreibt das Leid der Zivilbevölkerung allem voran eben das der Frauen und Kinder. Da fragt man sich dann, wo bleibt der Westen, wo sind unsere Werte. Er geht dabei sehr genau auf die politischen Lager und auch auf Verhandlungen im Hintergrund ein; bei denen er zum Teil persönlich Anwesend war. Was mich dann persönlich sehr traf, das auch unsere Bundesregierung allem voran Fr. Merkel, ganz vorne mit dabei ist. Man kommt durch die Berichterstattung aus den „normalen“ Medien immer den Eindruck, dass unsere Bundesregierung nur am Rande damit zu tun hat. Einen Absatz möchte ich dabei speziell hervorheben; Kapitel 14 – die Straße nach Aleppo – wenn Priester weinen, Seite 206.

Danach erfahren wir dann viel über die Beziehungen zwischen Syrien, dem Iran, Saudi- Arabien und dem Jemen.

Ein Kapitel widmet er dann der Ermordung und der Flucht des Volkes der Rohingya.

Das letzte Drittel des Buches beginnt dann mit der gnadenlosen Abrechnung mit den westlichen (auch den deutschen!) Medien. Er geht dabei sogar soweit, dass sie verschiedene Kriege im Nahen Osten „herbei gerufen“ haben. Er nennt dazu einige direkte Beispiel.

Gegen Ende des Buches, Kapitel 20 – Was tun?, zieht er dann ein paar Schlussfolgerungen. Er fragt sich dabei, ob Frieden möglich wäre. Wenn ja, dann wie? Es geht dabei zum Beispiel um Waffenexporte in Kriegsgebiete. Er schreibt von einer Aussöhnung der islamischen, jüdischen und christlichen Welt.
Fazit: Ich finde dieses Buch sehr lesenswert. Wenn man sich für die Dinge, die eben auf unserer Welt so passieren, interessiert. Es geht eben nicht darum, wie toll und schön und reich unsere Welt ist. Sondern wie es eben wirklich da draußen aussieht. Die „normalen“ Medien versuchen das immer zu verschleiern. Jürgen Todenhöfer und sein Sohn Frederic versuchen uns die wahren Informationen zugänglich zu machen.