Vielversprechende Unterhaltung bei Ermittlungen mit den Kuisls in München

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traum.tänzerin Avatar

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Magdalena muss wieder einmal feststellen, was es heißt, die Tochter eines Scharfrichters zu sein. Obwohl sie nun schon lange mit Simon Fronwieser verheiratet ist, der mittlerweile sogar zum Stadtmedicus ernannt wurde und sie zusammen in einem hübschen Fachwerkhaus mitten im reichsten Viertel der Stadt wohnen, haftet der Makel als Henkerstochter wie Pech an ihr. Das muss auch ihr jüngster Sohn Peter regelmäßig am eigenen Leib erfahren, wenn er von seinen Mitschülern verprügelt wird. Wutentbrannt, weil selbst der Lehrer den prügelnden Knaben keinen Einhalt bieten kann oder will, stürmt Magdalena in Simons Arztstube um sich seine Unterstützung zu sichern, was aber in einem kleinen Streit endet. Zur gleichen Zeit amüsiert sich Jakob Kuisl mit seinen Enkeln Paul und Sophia auf dem zugefrorenen Weiher und denkt dabei an die bevorstehende Versammlung der wichtigsten bayerischen Henker in München, dem Rat der Zwölf, zu dem heuer endlich auch eingeladen wurde und wo er mit seiner gesamten Familie vorstellig werden muss…

Mit großer Vorfreude fiebere ich jedem neuen Band um die Henkertochter entgegen und endlich beglückt Oliver Pötzsch seine Leser damit bereits zum siebten Mal. Die Leseprobe ruft auf jeden Fall hohe Erwartungen hervor, obwohl eigentlich noch nicht allzu passiert ist.

Man findet sich sogleich mitten im Alltag von Magdalena, Simon und Jakob wieder. Keiner der drei hat sich groß verändert: Magdalena ist so aufbrausend wie eh und je und Simon sieht alles wieder nicht so ernst. Lediglich Jakob Kuisl wirkt etwas nachdenklicher als sonst, was wohl an seinem fortgeschrittenen Alter liegen mag. Sein Fokus liegt momentan auf der bevorstehenden Scharfrichter-Versammlung in München. Es geschehen noch keine spannenden oder überraschenden Szenen, lediglich der Prolog, der zwanzig Jahre zuvor angesiedelt ist und wo eine Frau nach einer durchzechten Nacht mit eigenen Augen miterleben muss, wie sie geknebelt und gefesselt lebendig eingemauert wird, gibt einen Vorgeschmack auf das, was alles noch geschehen könnte. Aber nicht nur die bevorstehende Versammlung, die Morde in München und Kuisls Ermittlungen machen neugierig, auch was sich innerhalb der Familie Kuisl so tun wird, wird auf jeden Falls spannend werden.

Seit dem ersten Band der Henkerstochter-Serie bin ich ein großer Fan und verpasse keine Neuerscheinung des Autors, weil seine Bücher neben spannender Unterhaltung auch Heimat- und Familienverbundenheit beinhalten, was mich einfach begeistert.