Die Suche nach dem verschollenen Vater

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wirbelwind Avatar

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Inhalt:
Gabriel, selbst in einem Waisenhaus aufgewachsen, tourt als Möbelpacker in einem Möbelwagen durch Europa und hinterläßt seine Spuren. In vier Städten hat er jeweils eine kleine Familie, vier Frauen, vier Söhne - Christofol, Christopher, Christof und Christophe. Keiner weiß vom anderen. Und plötzlich verschwindet er spurlos. Jahre später erfährt Christofol durch die Polizei von einer Wohnung, und bei der Durchsuchung jener stößt er auf die Existenz seiner Halbbrüder. Er setzt sich mit ihnen in Verbindung, und sie treffen sich regelmäßig alle fünf Wochen, lernen sich näher kennen und begeben sich auf die Suche nach dem verschollenen Vater.

Meine Meinung:
Eine herrlich witzig und charmant erzählte Geschichte. Man stelle sich vor vier inzwischen erwachsene Söhne versuchen den Geheimnissen des Vater auf die Spur zu kommen. Jeder vermisst den Vater auf seine Art, hat Erinnerungen, die oft auch in ähnlicher Form bei einem der Halbbrüder vorhanden sind.
Jordi Punti läßt jeden zu Wort kommen, über Erlebtes berichten. Dabei gibt es einige Längen, aber die vergißt man schnell als die Suche voranschreitet.
Gabriel Delacruz war ein Lebenskünstler, ein Schlitzohr und ein passiver Don Juan. Nichts war geplant, es passierte ihm halt. Dennoch fühlte sich jede Frau und deren Sohn geliebt. Verheiratet war er mit keiner. Ein Mal in der Woche hielt er telefonischen Kontakt. Er verwechselte nie die Namen oder den Tag des Anrufs, schon eine reife Leistung. Und wer weiß wie lange das noch so weitergegangen wäre, wenn nicht das große Unglück geschehen, und dem Ganzen ein Ende gesetzt hätte.
Quirlig, amüsant, aber auch ein bisschen traurig schreitet die Story voran. Man schließt diesen liebevollen Gauner ins Herz, auch wenn er mir keine Argumente liefern kann, aber er zeigt wenigstens Reue. Ergreifend fand ich warum er seine Söhne alle mit gleichem Namen versehen hat.
Fazit: Ein liebevoll erzählter, einfallsreicher Roman. Lesenswert!