Carola Neher, Muse von Brecht und Königin von Berlin

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Inhalt: Wo sie auftritt, jubeln die Menschen der geheimnisvollen Carola Neher zu. Berlin liegt ihr zu Füßen, in jenen letzten Jahren der Weimarer Republik. In durchfeierten Nächten verdreht sie einem berühmten Mann nach dem anderen den Kopf – doch im Herzen bliebt sie allein. Das ändert sich, als sie dem Dichter Klabund begegnet, ein Suchender und ein Getriebener wie sie selbst. Ausgerechnet sie, die begehrte Femme fatale, verliebt sie sich in den schauen, zurückhaltenden Dichter, der von der gleichen innen Glut verzehrt wird wie sie selbst. Was keiner für möglich gehalten hätte, trifft sein: Sie heiratet ihn. Doch eine brave Ehefrau wird Carola nicht, denn Berlin und seine Künstler ruft: Unter ihnen Bertolt Brecht, der ihr die Chance ihres Lebens bietet.

Cover: Das Cover zeigt eine Fotografie von Carola Neher, die im Berliner Zoo aufgenommen wurde und sie mit einem Gepard im Arm zeigt. Die Schrift ist in Dunkelrot und einem dunklen Goldton gehalten.

Meinung: Ich mochte den Aufbau der Geschichte aus Einleitung, Akten und Zwischenspiel sehr gern. Vorab stand immer eine Anmerkung, wo wir uns befanden und vor den Akten gab es immer ein Zitat von Klabund. Die Nebenhandlung, welche im Jahr 1979 in der Pfalz spielt, folgten wie Annette, die auf Georg Becker trifft, der auf der Suche nach Carola Neher ist, die in der Gegend Verwandte hatte. Die Handlung dort verläuft recht ruhig und war ein schöner Kontrast zu den sehr lebendigen Szenen um Carola Neher.
Der Großteil der Geschichte handelt natürlich um Carola Neher und ich bin sehr froh, dass ich sie mit diesem Bucher näher kennenlernen konnte. Sie muss eine sehr interessante Persönlichkeit gewesen sein, für die die Bücher immer an erster Stelle stand. Sie wirkt zwar immer sehr selbstbewusst, aber während der Geschichte erhalten wir immer wieder Einblicke, wie verletzlich sie auch ist. Neben ihrer Sicht folgen wir auch noch Klabund und Brecht. Beide agieren als krasse Gegensätze in dieser Geschichte. Klabund ist sehr ruhig, ist ein eher gescheiterter Künstler, der mit seinen Stücken nicht so recht ins Bild der Zeit passen will, aber eine sehr große Seele hat. Ich mochte sehr, wie seine Beziehung zu Carola dargestellt wurde, auch wenn diese nicht immer einfach war und tragisch endet. Brecht, muss ich sagen, war mir sehr unsympathisch. Er ist sehr auf sich bezogen und sieht sich als herausragenden Künstler, der er ja auch war, und verlangt von allen in diesem Umfeld, dass sie ihr Leben nach ihm richten. Carola ist eine der wenigen, die ihm immer wieder die Stirn bietet. Aber es hat ihn natürlich für die Geschichte gebraucht, da er viel für Carola getan hat. Mir hat auch die Atmosphäre des Berlins der Zwanziger Jahre gefallen, die ich es immer wieder liebe, in diese Zeit zu reisen, und mich die Autorin mit ihren Beschreibungen sehr in den Sog gezogen hat und ich drin abtauchen konnte.
Der Schreibstil war wieder großartige und ich habe mich gut in die Geschichte fallen lassen können.

Fazit: Ich bin sehr froh darüber, dass ich dieses Buch gelesen habe, denn es hat mir eine weitere großartige Persönlichkeit vorgestellt, die in einer Epoche gewirkt hat, die ich sehr liebe. Auch wenn man die Nebenhandlung als netten Zusatz bezeichnen kann, überwiegt für mich doch die Haupthandlung und ich vergebe gern 5 von 5 Sternen.