Die Borgia-Dynastie

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Papst Alexander VI. hat es geschafft, seine Position als Kirchenoberhaupt zu festigen und erfolgreich seine illegitimen Kinder in hochrangigen Ämtern unterzubringen, um so seine Macht auszuweiten. Doch nicht nur sein Sohn Cesare, Oberhaupt einer Söldnerarmee, die Angst und Schrecken in Italien verbreitet, ist sein ganzer Stolz, sondern auch seine Tochter Lucrezia, die er gewinnbringend einsetzt, indem er sie mit wichtigen Persönlichkeiten verheiratet. Doch so gefügig wie seine liebste Tochter erscheint, ist sie doch eine kluge Frau, die ihre ganz eigenen Pläne verfolgt, seit ihr Bruder, der seine Schwester auf eine Weise liebt, die sich nicht gehört, die Liebe ihres Lebens getötet hat.

So spinnt der heilige Vater ein Netz aus Erpressung und Intrigen, stärkt seine eigene Machtposition und erbaut eine Dynastie, um den Namen seiner Familie unvergesslich zu machen. Doch wer so viel Macht hat, hat auch viele Feinde, die den Borgia ganz genau auf die Finger schauen und jeden ihrer Schachzüge genauestens beobachten, um im geeigneten Moment zuzuschlagen... Blut mag zwar dicker als Wasser sein und auch wenn sich Alexanders Schützlinge leicht lenken lassen, hat jeder seinen eigenen Kopf, den er durchzusetzen versucht.

Sarah Dunant hat bereits mit ihrem ersten Roman "Der Palast der Borgia" einen gelungenen Auftakt hingelegt und nach etwas mehr als drei Jahren folgt nun endlich die Fortsetzung um das unglaublich spannende sowie dramatische Leben der Borgia und insbesondere Lucrezia. Als Tochter des Papstes kommt ihr zwar eine ganz besondere Rolle zu, bei der der Vater geschickt die Strippen zieht, doch die junge Frau will ihren eigenen Weg gehen. Die Leseprobe ließ durchsickern, dass aus der jungen Lucrezia aus dem ersten Romanteil eine erwachsene Frau geworden ist, die ihre eigenen Ziele verfolgt, was sehr viel Stoff für weitere Dramatik und Höchstspannung bietet. Auch Cesares Weg scheint vielversprechend und nachdem ich bereits "Der Palast der Borgia" verschlungen habe, freue ich mich ganz besonders auf die Fortsetzung, die dem Vorgänger höchstwahrscheinlich in Nichts nachsteht und den Leser in das Florenz des 16. Jahrhunderts entführt.