Auf dem Pfad des Mutes

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manur. Avatar

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Das wunderschöne junge Mädchen namens Shim Chong wird von Ihrer Stiefmutter an einen alten Chinesen als Konkubine verkauft. Völlig verängstigt und verlassen stolpert sie in das Leben einer Frau, die den Männern mit ihrem Körper dient. Ihre Jugendlichkeit und Schönheit sind so betörend, dass Chong schon bald begreift, dass sie sich diese Macht zu nutze machen muss. Nun bekannt unter dem Namen Lotosblüte macht sie sich auf den Weg von einer Etappe zur nächsten, von einem Bett in das andere, von Mann zu Mann und von Land zu Land - sie erlebt gute Zeiten, findet eine neue Familie, lernt Liebe und Verrat kennen. Doch wohin wird sie das Leben treiben? Sie weiß es nicht, doch die junge Frau setzt alles daran, ihr Dasein in die Hand zu nehmen und für das zu kämpfen, was sie will.

Die Magie, die von Büchern ausgeht, die einen asiatischen Autor haben, ist einfach einzigartig. Die wunderschöne Sprache und die Besonderheiten des Plots ziehen ihre Leser immer wieder in den Bann - so auch "Lotosblüte" von Hwang Sok-Yong. Von der ersten Seite an fand ich mich in der Geschichte wieder und erlebte Chongs unglaubliche Reise voller Abenteuer hautnah mit. Die asiatische Kulisse verleiht dem Roman einen Hauch Exotik, während die Protagonistin mit Entschlossenheit und Mut glänzt. Ein tolles Buch, das einen in fremde Welten entführt und dennoch fehlte mir dieses gewisse Quäntchen "mehr". Es ist, als würde man Chongs Reise aus der Ferne aus einer neutralen Position heraus beobachten, denn so richtig tief gehen die Gefühle nie. Was in dem Kopf des jungen Mädchens passiert, wird hier und da ausgeführt, doch was sich wirklich in ihrem Inneren abspielt, erfährt der Leser nie so genau, deshalb konnte ich dem ganzen auch nur 4 von 5 Sternen geben. Ein Buch, das man gut lesen kann, aber es gehört nicht zu dem Must-Reads dieser Zeit.