Das geheime Leben der Magier

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Vom Taschenspielertrick zur echten Magie. Das letztere vor den Menschen geheim gehalten werden muss, ist verständlich. Umso ärgerlicher ist es, wenn man diese benutzen muss, um zu Überleben. So geschehen bei Ravi, der sonst bei einem fehlgeschlagenen Trick unter Sand erstickt wäre. Er behilft sich also mit Magie zur Befreiung aus seinem Gefängis - und verstößt damit offensichtlich gegen eine Regel der Magier: Kein Mensch darf Zeuge echter Magie werden. Streng geahndet wird dies von der Société. Ravi und Blanche begehen daraufhin einen noch größeren Verstoß, wobei mir allerdings unklar ist aus welchem Grund und mit welchen Konsequenzen. Irgendein versprechen haben sich die beiden gegeben, doch welches, das wird bisher nicht verraten. Dieser zusätzliche Verstoß scheint die Société erst recht anzuziehen.
  Und nun wird es richtig spannend. Das hier nun etwas großes (ein Kampf der Magier) geschehen wird, deutet der Klappentext mehr als an. Ein düsteres Szenario scheint sich anzubahnen, dessen Anfang Oliver Plaschka bestens inszeniert hat. Die Mischung des Paris im Jahre 1926, Magie und Bühnenillusion lässt ein bezauberndes Bild vor meinen Augen entstehen, dessen bildliche Kraft wie ein Film in meinem Kopf abläuft. Aber auch Ravi selbst, der mir noch etwas schleierhaft ist, besitzt eine ganz besondere Ausstrahlungskraft. Plaschka ist es gelungen rasend schnell eine Figurennähe aufzubauen, wie ich es selten derart gekonnt erlebe.
Auch möchte Klett-Cotta für das sehr gelungen Cover gratulieren. Es blickt aus der Menge an Büchern heraus (aber das hat dieser Verlag ja schon oft genug geschafft) und transportiert den Roman. Ich jedenfalls hatte ein recht genaues Bild vor Augen, als ich die Leseprobe begann und wurde nicht enttäuscht.