Selbstfindung in Indien

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msbookeria Avatar

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Die Magnolienfrau von Sabrina de Stefani hat mich fasziniert und mitgerissen. In der autobiografischen Erzählung berichtet die Autorin über ihre Kindheit mit einer Rückenmarksverkrümmung und wie sie bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist. In diesem Teil konnte ich als Leser die Einengung durch das Gipskorsett und auch die bedrückende Begleitstimmung regelrecht spüren, obwohl ihre Großmutter ihr Möglichstes gab für sie da zu sein und sie zu unterstützen. Als sie dann erwachsen wurde, wird ihr klar nach was sie sich sehnt. Sie will frei sein und führt ab diesem Zeitpunkt ein unkonventionelles Leben, fernab ihrer Heimat in der Schweiz. Aber ihr Weg war hier noch nicht zu ende, eigentlich fängt die Geschichte an dieser Stelle erst an und handelt vor allem von einem sehr besonderen Land ihrer Lebensgeschichte: Indien. Die Autorin hat es geschafft mich sehr an das Buch zu fesseln. Auf einer Art und Weise konnte ich mich mit der Protagonistin identifizieren und fühlte und fieberte mit ihr mit. Ich hätte mir gewünscht, dass neben Indien auch noch etwa detaillierter auf die anderen Länder eingegangen wäre, wie Thailand oder Indonesien. Bei diesen Passagen bleibt die Geschichte sehr an der Gedankenwelt und dem Innenleben der Autorin haften und es wird wenig Zusätzliches dort preisgegeben. Auch wenn der Fokus dieses Romans sehr stark auf Indien ausgelegt war, gab es auch in diesen Passagen einige kleine Rätsel, deren Auflösung mich sehr interessiert hätte. Diese waren für die Handlung nicht unbedingt ausschlaggebend und ich kann auch verstehen, dass selbst wenn die Autorin diese Antworten hätte geben können, nicht alle Details mit dem Leser teilen möchte. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass es vielen Lesern wie mir gehen wird. Man möchte letztendlich doch alles verstehen. Aber wie im wahren Leben auch, wird dieses Bedürfnis nicht immer befriedigt. Trotzdem geben ich dem Buch die volle Sternenzahl und empfehle es weiter.