Zwischen uns die Mauer

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pixzicking Avatar

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Es ist kalt in diesem Roman. Die Kälte ist das erste, von dem er erzählt, die Kälte auf der Mauer. Und die Kälte bleibt, nachdem ich den Roman zuende gelesen habe. Es fröstelt.
Und das liegt nicht nur an der eindrücklichen Schilderung vom Einfluss der Wetterverhältnisse beim Wachdienst auf der Mauer. Es liegt auch an der eindrücklichen Beschreibung dessen, was uns trotz allem Abstand von dieser Realität auf der Mauer mit der Kälte dort verbindet: Die Aufteilung in ein Wir und die Anderen und die konsequente Umsetzung der Vorstellung, das "wir" "uns" vor "den Anderen" schützen müssen.
Man muss diesen Roman nicht als "Roman der Stunde" bewerben. Diese Aufteilung zwischen "uns" und "den Anderen" ist viel älter als unsere aktuellen politischen Realitäten und schon oft wurde dies analysiert oder darüber geschrieben.
Doch nie blieb bei mir ob der eindrücklichen Schilderungen und Konsequenz das Frösteln und die Kälte noch lange nach dem Lesen zurück.