Perfekt

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Ein Buch, das leicht melancholisch wirkt und das heutige Leben junger Menschen beschreibt, immer auf der Suche nach was Besonderem, immer auf der Suche nach dem Kick. Anna und Tom sind ein junges Paar und wollen frei und unabhängig sein und in der Stadt Berlin was erleben, sich in den gängigen Clubs, Lokalen, Treffpunkten, Galerien amüsieren, neue und interessante Leute kennenlernen, Freundschaften schließen. Sie mieten eine Altbauwohnung, die sie nach ihren Vorstellungen einrichten. Von zu Haus aus gehen sie ihrer Erwerbstätigkeit nach in Grafik und Kommunikation. Auf Instagram, Facebook und dergleichen sind sie zuhause, sie selbst stellen ihre Beiträge ein und liken auf vieles. Sie feiern die Wochenenden durch, wollen frei, hipp und unabhängig sein und auch keine Kinder haben. Doch dann ödet sie das Leben an, viele Bekannte verlassen Berlin, andere werden Eltern, die Cliquenschaft zerbricht, sie verbringen ihren Winter in Portugal, Sizilien, vermieten ihre Berliner Wohnung unter, aber auch das bringt ihnen nicht die ersehnte Freiheit, das, was sie sich vorstellen. Doch dann greift das Schicksal für sie ein. Ich finde, das Buch spiegelt genau unsere Zeit wieder, die Unzufriedenheit, immer mehr zu wollen ohne zu wissen, was. Die jungen Leute sind übersättigt, verdienen gut, sind ruhelos und immer auf der Suche. Der Autor beschreibt gerade diese Eigenschaften sehr gut, teilweise ist das Buch sehr philosophisch, man fühl sich als Beobachter dieses jungen Paares. Die Sprache ist gut verständlich, läßt sich leicht lesen und bringt dem Leser genau das rüber, was der Schriftsteller hier sagen will. Auch das Cover finde ich sehr eindrucksvoll. Es ist sehr minimalistisch gehalten in den Farben Weiß und Grau. Ein Buch, das uns nachdenken läßt.