Leider nicht das, was ich erwartet habe

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happy booktime Avatar

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Einen spannenden Thriller in einem für mich leserlich noch unbekanntem Terrain Südkoreas erwartend hab ich mich in „Die Plotter“ gestürzt.
Der Anfang war großartig. Man lernt Raeseng kennen. Einen Killer, der seine Aufträge von den anonymen Plottern erteilt bekommt, die er selber nicht kennt. Als Leser begleitet man ihn zu seinen Opfern, erlebt, wie kaltblütig er mit ihnen isst und Zeit verbringt bevor er zur Tat schreitet.
Als da jedoch etwas nicht so läuft wie geplant ist er auf einmal die Zielscheibe.

Jetzt hätte es so richtig losgehen können mit der Jagd bzw. der Flucht. Ich habe schon die Kugeln fliegen und das Blut spritzen sehen.
Leider kamen viele Gedankenspiele und aufgezählte Möglichkeiten, die an sich gut erzählt waren und auch im Lesefluss angenehm wirkten, jedoch war die Kluft zwischen dem Erwarteten und dem was ich vorgefunden habe so groß, das mich das Buch mit zunehmender Seitenzahl eher enttäuschte.
Raeseng ist interessant und man lernt ihn im Laufe des Buches sehr gut kennen und unter anderen Erwartungen hätte mich dies auch absolut unterhalten.

Bekommt man jedoch ein Buch, das über und über mit Blutspritzern versehen ist und das mit so einem Klappentext um die Ecke kommt, erwartet man einfach keinen Roman über den Werdegang einer Person.

Sprachlich kann ich an dem Buch keinen Kritikpunkt finden. Es ist toll geschrieben und mir gefällt die Art, wie mit Worten gespielt und Stimmung eingefangen wird. Dieser intensive Schreibstil hätte mir -auch wenn ich mich hier wiederhole- in einem blutigen, hochspannenden Thriller vermutlich noch um Längen besser gefallen.

Fazit
Leider fällt für mein Empfinden der Spannungsbogen am höchsten Punkt nahezu komplett ab. Man findet einen netten Roman statt einem blutigen, hochspannenden Thriller.
Dennoch sprachlich top und wirklich interessant geschrieben.