Mitreißend, wenn auch brutal

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little_devil Avatar

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Besser spät als nie - das war mein Gedanke, als ich kürzlich "Die Rache der Polly McClusky" las. Bei der Verlosung hatte ich seinerzeit kein Glück, aber ich hatte das Buch immer im Hinterkopf und habe es dann nun doch noch gelesen, was sich als richtige Entscheidung herausstellte!

Pollys Vater Nate, gerade frisch aus dem Knast entlassen, kidnappt Polly nach der Schule - was Polly zunächst nicht begreift: er tut es, um sie zu schützen, denn es gibt einen Hinrichtungsbefehl gegen Nates gesamte Familie. Es beginnt eine Flucht durch die USA, bei denen Nate und Polly immer wieder das Gesetz brechen bei dem Versuch der brutalen Gang der Aryan Steel zu entkommen.

Das Buch ist gezeichnet von Brutalität - die auch von der sonst so stillen, introvertierten Polly mit ihren gerade einmal 11 Jahren ausgeht. Sie wird in Selbstverteidigung und im Umgang mit Waffen trainiert, um ihr Leben zu schützen. Scheinbar im Zeitraffer reift dieses Mädchen heran und beginnt, ihren persönlichen Rachefeldzug zu führen.

Das Buch hat mir trotz aller Brutalität gefallen, zeigt es doch kritisch ein Abbild der amerikanischen Gesellschaft: sich bekriegende Gangs, der offene Zugang zu Schusswaffen, Lücken in der Justiz. Das Buch hat mich mitgerissen, wenn man auch kritisieren kann, dass gerade Pollys Entwicklung eigentlich schon zu schnell und zu drastisch passiert. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung für dieses Buch!