Spannendes Thema-enttäuschende Umsetzung.

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hydrangeablau Avatar

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2191 lenkt eine künstliche Intelligenz namens Askit den Planeten, nachdem eine Klimakatastrophe 150 Jahre zuvor die Erde nahezu unbewohnbar gemacht hatte. Eve, die als eine der jüngsten Empfängerin ihrer Generation über ein Hirnimplantat mit Askit verbunden ist, steht kurz vor ihrer letzten Prüfung als „Reinste“, mit deren Bestehen sie Zugang zu Akademie der Wissenschaft bekommt. Neben den Reinsten gibt es die Angepassten, die Degradierten und die Kolonisten. Die letzten beiden Gesellschaftsgruppen leben außerhalb von Paradise ohne Zugriff auf die begrenzten Ressourcen zu haben.
Eve, die mit einem hohen Punktestand (entstanden aus Hirn-scans und Punkten für erwünschtes Verhalten) zu den erfolgversprechendsten Anwärtern der Prüfung gehört, bekommt plötzlich leise Zweifel an den Motiven von Askit und wird zusammen mit anderen degradiert, d.h. aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Der einzige Weg, der ihnen bleibt, ist, bei den Kolonisten um Hilfe zu bitten.

Es werden so viele komplexe Themen verarbeitet, wie Ökologie, Ethik und Politik, dass einem schwindelig wird. Wenn in der Handlung ein Blick in die Vergangenheit geworfen wird hin zu dem Punkt, an dem die Klimaentwicklungen nicht mehr reversibel sind, ist das erschreckend nahe an unserer Gegenwart. Es wird versucht, die Risiken der Technik mit noch mehr Technik beherrschbar zu machen. Die begrenzt zu Verfügung stehenden Ressourcen werden genutzt, weil es die anderen auch so machen und weil eben die Wirtschaft und der Wohlstand an erster Stelle stehen.
Hinter all dem fällt die Spannung um die Frage, was Askit vor hat, leider gänzlich hinten über. Zudem bekam ich so gar keinen Zugang zu den Personen, nicht einmal zu Eve, obwohl sie nahezu die einzige ist, die eine nachvollziehbare Entwicklung durchmacht. Das mag daran liegen, dass die Menschen durch die durchgeführte Selektion nicht mehr viel Menschliches an sich haben, denn unerwünschte Emotionen werden durch Askit über das Implantat optimiert bzw. eliminiert. Und so finde ich das Thema hochspannend, aber die Umsetzung insgesamt schwierig und sperrig. In fast jedem Kapitel musste man sich neu orientieren, was den Lesefluss sehr erschwert hat. Fehlende Buchstaben und immer wieder anders lautende Namen kamen als Störfaktor hinzu, so dass ich nicht das spannende Leseerlebnis hatte, auf das ich gehofft hatte.