Eine mehr als gelungene Fortsetzung!

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hajnal Avatar

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LESEEINDRUCK VON "DIE SCHWESTERN VOM KU'DAMM- WUNDERBARE ZEITEN" VON Brigitte Riebe

Dieses wunderbare Buch habe ich für meine derzeitigen Möglichkeiten in Rekordzeit im Wechsel gelesen und gehört. Die Sprecherin Stefanie Stappenbeck hat hier eine grandiose Arbeit abgeliefert und mir persönlich sogar einen Ticken besser gefallen als Anna Thalbach im ersten Teil, da ich vor allem die verschiedenen Akzente besser vorgetragen fand.
Dieses Buch zu lesen, war wie das Wiedersehen mit alten Freunden und hat mich an vielen Stellen überrascht, da sich meine Sympathien zu den Protagonisten teilweise sehr verschoben haben. In diesem Band erfahren wir mehr über Silvie, die mittlere Tochter der Thalheims, bei der es im Gegensatz zu Rike, nicht mit allem gleich auf Anhieb klappt und sie einige Enttäuschungen erleben muss auf der Suche nach ihrem persönlichen Weg zum Glück. Durch den veränderten Fokus, bekommt man einen ganz anderen Blickwinkel auf die anderen Personen im nächsten Umfeld von Silvie und erscheint vieles in einem anderen Licht.
Silvie erscheint nicht mehr als das naive und selbstsüchtige Mädchen, welches sie für mich im ersten Teil war, sondern als eine verletzliche gute Seele, die ihren Platz im Leben und über Umwege nach ihrer Liebe sucht. Nach dem Lesen dieses Romans habe ich sie ins Herz geschlossen und bin gespannt, wie es nun mit den Thalheims weitergeht.
Wie meistens möchte ich nicht allzu sehr auf die Handlung eingehen, da die Gefahr zu groß ist in meiner Begeisterung zuviel preiszugeben. Was ich aber sagen kann ist, dass es in einer sehr aufregenden Zeit spielt, in welcher Berlin in verschiedene Sektoren geteilt wird und erste Unterschiede von Ost und West Erwähnung finden. Für mich wahnsinnig interessant, da mir bestimmte Fakten und Eckdaten bekannt sind, aber es noch einmal etwas ganz anderes ist, diese in eine Handlung verwoben, gespickt mit Hintergrundwissen, anschaulich vermittelt zu bekommen.
Diese Trilogie ist die Geschichte des Modehauses Thalheim, der Familie Thalheim und der Stadt Berlin, mit welcher Brigitte Riebe auch in Nichtberlinern wie mir die Sehnsucht weckt, durch all die Straßen und über all die Plätze zu schlendern, die hier Erwähnung finden.
Dies ist eine äußerst komplexe Geschichte, deren Stränge am Ende meisterhaft zusammenführen, ohne jedoch an irgendeiner Stelle konstruiert zu wirken... ein absoluter Lesegenuss, bei welchem man das Buch kaum aus der Hand legen mag!
Lest diesen Roman und lasst Euch in das Berlin der 50er Jahre entführen, erlebt Dramen und Liebesgeschichten, liebt, leidet, hofft und lebt diese Geschichte mit! Obwohl man diesen Roman auch ohne Vorkenntnisse lesen kann, empfehle ich doch zuerst den ersten Teil zum besseren Verständnis zu lesen.
Wenn ich einen Kritikpunkt äußern müsste, wäre es, dass ich nun warten muss, bis ich endlich erfahre, wie es weitergeht. Das Ende ist kein Cliffhanger im herkömmlichen Sinn, aber doch so, dass man genauso auf den nächsten Teil fiebert, um wieder einzutauchen und Teil dieser Geschichte zu werden.
Von mir gibt es eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung!