Ungleiche Geschwister

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
hatschepsut Avatar

Von

Das Cover des Buches hätte mich nicht so angesprochen, der Klappentext allerdings schon. Das Buch ist ein typisches Frauenbuch, daß bei der Story allerdings auch mehr Tiefgang hätte haben können. So wird das Thema zwar angekratzt, bleibt aber an der Oberfläche, was dem Buch allerdings eine Leichtigkeit verleiht. Insgesamt ein nettes Buch, dem es auch an Humor nicht fehlt mit einem schönen Ausgang.
Nelly ist eine Frau in den dreißigern, die ihr Leben in die Hand genommen hat. Sie wohnt fernab der Heimat in Hamburg und betreibt dort mit ihrem indischen Angestellten ein Catering-Service und einen Food-Truck. Sie ist unabhängig und zielstrebig, was potentielle männliche Anwärter auch direkt verschreckt. Allerdings vermißt sie ihn ihrem Leben auch nicht wirklich etwas. Nur einen Haken gibt es ihn ihrem Leben, den sie meist erfolgreich auszublenden schafft. Das ist ihr zehn Jare älterer, austistischer Bruder Nils, der bei ihrer Mutter wohnt. Nils kommt in seinen gewohnten Bahnen relativ gut zurecht und ihre Mutter kümmert sich liebevoll um ihn. Nelly ist das alles zuviel. Sie bringt weder die Geduld für ihren Bruder auf, noch versteht sie ansatzweise, was in ihm vorgeht. Ihr größter Horror ist, daß sie sich um ihn kümmern muß, wenn ihre Mutter eines Tages mal verstirbt. Sie meidet zu vielen Kontakt zu den Beiden und so kann sie sich selbst vormachen, daß alles gut ist ihn ihrem Leben.
Ausgerechnet als ein neuer Konkurrent ihr das Leben schwer macht, kommt es zu diesem gefürchteten Supergau. Ihre Mutter ruft sie aus dem Krankenhaus an, weil sie sich bei einem Sturz von der Leiter einen Rückenwirbel gebrochen hat und ausfällt. Sie bittet Nelly sich um Nils zu kümmern. Schweren Herzens fährt Nelly zu ihrem Bruder und merkt wieder einmal, wie anders er ist und wie wenig Geduld sie mit ihm hat. Ihr Bruder allerdings liebt sie sehr und freut sich, daß sie da ist. Eigentlich wollten Nils und seine Mutter zu einer Hochzeit zu ihrem Cousin nach England reisen, aber die Reise ist schon abgesagt. Nils ist traurig darüber, denn er wäre gerne mit dem Schiff gefahren und hätte gerne England gesehen. Nach einigem hin und her und einem gescheiterten Versuch Nils in eine Betreuungseinrichtung abzuschieben, faßt sich Nelly ein Herz und tritt die abgesagte Reise mit Nils doch an.
Während des gemeinsamen Trips merkt Nelly immer wieder, wie sehr Nils sie nervt und beschämt, registriert allerdings auch, daß andere Menschen viel geduldiger und normaler mit ihm umgehen. Für die Beiden beginnt eine Reise, in der sie sich besser kennen lernen und vor allem Nelly sich und ihr Leben aus einem anderen Blickwinkel zu sehen beginnt.