Gemächlicher, leichtgängiger Krimi im Charme Südtirols

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wortpourri Avatar

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Was mir an diesem Krimi gut gefällt ist, dass nicht eine Untat eine weitere nach sich zieht, sondern dass es sich bis zum Ende darum dreht, den Mord aufzuklären, der zu Beginn des Buches festgestellt wird. Hierbei lässt der Autor seine gut hervorgearbeiteten Protagonisten agieren wie in einem ganz klassischen Kriminalroman ähnlich, z.B."Maigret". Solide Ermittlungsarbeit ohne dass es den Leser vor innerer Spannung durchweg zu zerreißen droht. Ich empfinde das als angenehm. Im letzten Viertel des Buches wird es etwas rasanter, es kommt es zum Spannungsanstieg. Die Interaktion unter den handelnden Charakteren ist überzeugend. Jeder hat seinen Platz und bekommt den Raum vom Autor, den er benötigt. Das Zusammenspiel vom Kommissar und Inspektor gefällt mir in diesem Band besser als es das im vorherigen Band tat.
Vom Schreibstil her lässt es sich gut und flüssig lesen. Angenehme Sprach- & Sprechweise, die sich angenehm lesen lässt, so würde ich sagen. Passend zum und mit dem Spannungsaufbau.
Dass der Autor sich wieder prominente Begleitung ins Buch geholt hat, die tatsächlich Bezug zur Gegend hatte und wie diese dargestellten Verwicklungen und Verflechtungen ebenjener sich letztlich klären, finde ich gut gelungen. Welche namhafte der Gegend vertraute Person huscht wohl in den nächsten Büchern um Grauner & Saltapepe durch die Seiten? ;-)
Was mir weniger gut gefallen hat war, dass etliche Lächeln und auch Blicke erklärt werden, es wird definiert, was dieser Blick bzw. jenes Lächeln seinem Gegenüber sagen sollen. Ich mag dieses vorgekaut bekommen nicht. Teilweise gibt es auch Passagen, in denen ich den Eindruck hatte Erklärungen bzw. Vorgehensweisen zu lesen als kämen diese direkt aus einem Taschenhandbuch für polizeiliche Einsätze.
Dabei ist mir schleierhaft, weshalb der Kommissar an einer Stelle im Buch mit dem Auto zu rasen beginnt, wo es dafür keinerlei Grund gibt. Es geht nicht um Leib und Leben, es ist keine Gefahr im Verzug und trotzdem solches Verhalten, das Gefahr (für Anderer Leib & Leben) erst entstehen lässt. Absolut unverständlich auch unter dem Aspekt, dass bislang daran gelegen ist, die Ermittlungen wohlwollend zu erledigen.