Südtirol-Krimi

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frocolate_chog Avatar

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Die Stille der Lärchen von Lenz Koppelstätter
Ein Krimi aus dem Herzen Südtirols

Darum geht's:
Kriminalkommissar - Commissario - Grauner und sein Team werden zu einem Mordfall ins Ultental gerufen: ein junges Mädchen lehnt tot bei den Urlärchen von St. Gertraud, einem sagenumwobenen Lokalwahrzeichen von Südtirol. Den Legenden zufolge soll sich hier ein Eingang zur Hölle befinden...
Der Mordfall scheint zunächst rasch gelöst, doch nach und nach wird klar: nicht jeder, der einen Mord gesteht, hat auch tatsächlich einen begangen. Und nicht jeder der gottesfürchtigen Bürger des Ultentals hat einen so unbescholtenen Leumund, wie er es gerne aussehen lässt...
Gegenwart und Vergangenheit scheinen sich gegenseitig zu beeinflussen, und der klare Fall entpuppt sich als vielschichtiges Rätsel, das zu lösen den Commissarios Kopfzerbrechen bereitet...

So fand ich's:
Für den zweiten Fall des Commissario Grauner bewegt sich Lenz Koppelstätter weg aus dem weltweit bekannten Berg-und-Eis-Szenario der norditalienischen Alpen und führt seine Leser tiefer hinein in das, was vom ursprünglichen Südtirol heute noch geblieben ist - am Beispiel der Bewohner des Ultentals, bislang vom Tourismus eher übersehen, zeigt er beispielhaft die Mentalität der Südtiroler mit ihrem starken (Aber-)Glauben, jahrhundertealten Familien-Fehden und totgeschwiegenen Geheimnissen.
Alles in allem hat die Geschichte alles, was ein guter Krimi braucht.
Lenz Koppelstätter gelingt es, Lokalkolorit einzufangen, die Story funktioniert aber auch für Leser, die keine Liebhaber der derzeit überquellenden Lokal-Krimi-Szene sind.
Für einen Krimi nicht immer allzu spannend, liest sich das Buch doch leicht von der Hand und weiß es durchaus, den Leser (vor allem gegen Ende hin) zu fesseln.

Fazit und Empfehlung
Nicht allzu anspruchsvoll, aber dennoch gut und leicht zu lesen - dieser Krimi ist ein ideales Buch für längere Zugfahrten, Wartezeiten oder Krankenhausaufenthalte.