Tragische Geschichte

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
helga Avatar

Von

Martin Werneck wird verhaftet, weil er seinen kleinen Halbbruder Jonas in einer Scheune dabei ertappt hat, wie er gerade den 10jährigen Joey ermordet. Das hat in so wütend gemacht, dass er im Affekt Jonas tötet. So stellt Martin den Tathergang während der Verhandlung dar. Seine Stiefmutter Irene ist allerdings der Meinung, dass Martin beide Kinder umgebracht hat, was sich aber nicht beweisen lässt. Bei der Urteilsverkündung bekommt er aufgrund mildernder Umstände nur ein halbes Jahr, welches mit der Untersuchungshaft abgegolten ist.

Die Geschichte wird praktisch von Tina, Martins Freundin, erzählt, und zwar in Form einer Niederschrift für den Hauptkommissar Schneider. Man lernt diese ganze tragische Geschichte kennen, die fanatische Abhängigkeit von Tina zu Martin, der das total für sich ausnutzt. Es wird auch aus der Sicht von Martin und vor allem von Irene erzählt, die noch immer mit Hauptkommissar Schneider in Verbindung steht, dem das auch keine Ruhe lässt.

Die Morde an sich werden sehr detailliert beschrieben und sind nichts für schwache Nerven, trotzdem wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven sehr gut dargestellt. Selbst die psychologischen Abhandlungen sind sehr interessant und auch das Alter der Jugendlichen zum Zeitpunkt der Tat - Martin knappe 18 Jahre, Tina 16 Jahre, Jonas 14 Jahre und Joey 10 Jahre - das gibt einen schon zu denken. Alles in allem eine furchtbare Geschichte, in die ganze Familien involviert sind und die sehr schwer zu begreifen ist und einen trotzdem in Atem hält. Sie lässt sich sehr flüssig lesen, ist in kurze Abschnitte eingeteilt und die einzelnen Charaktere sind mit all ihren Höhen und Tiefen sehr detailliert dargestellt. Ein Buch, welches noch nachhaltig wirkt.