Die Toten, die ich rief

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rennie Avatar

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Warum verfolgen einen Autor von Horror-Romanen Geister? Nein! Nicht nur in seinen Gedanken, die er womöglich für seinen nächsten grausigen Schocker hegt, sondern in – wie soll ich mich ausdrücken – in „gefühlter Echtzeit“. So ergeht es zumindest dem eher minder erfolgreichen Schriftsteller Ed Sieveking. Sechs sind es an der Zahl und meist sind sie ziemlich miserabel gelaunt und freuen sich nur dann, wenn Ed etwas schlechtes, besser noch etwas ziemlich Böses wiederfährt. Die schemenhaften Gestalten, die anscheinend nur in Eds Augen existieren, begleiten ihn auf Schritt und Tritt und ab den ersten Seiten haben sie auch mich als Leserin begleitet und nicht mehr losgelassen. Denn auch als Ed die hübsche Andeanna kennen- und liebenlernt und mit ihr einen mörderischen Plan schmiedet, sind die Geister immer an seiner Seite. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber eines möchte ich dann doch mit einem hämischen Grinsen auf den Lippen preisgeben. Bei anfangs sechs Geistern, die Ed auf seinem Weg begleiten, wird es nicht lange bleiben …

Stück für Stück hat mich der Autor mit seiner Geschichte über den von Geistern begleiteten Autor in eine Story hineingezogen, die nicht spannender hätte sein können. Immer wieder wendeten sich die Ereignisse, erzählten von früher, versponnen sich mit der Gegenwart und ließen auf die Zukunft vermuten. Immer wenn ich mich auf dem richtigen Weg zu finden glaubte und mir sicher war, was und warum etwas passiert ist oder geschehen würde, hat mich Darren Shan wieder eines besseren belehrt. So schaffte er es, dem Roman von der ersten bis zur letzten Seite Spannung einzuhauchen und nicht einen Moment wurde mir langweilig bei „Die Toten, die ich rief“.

Darren Shans erster Roman im Spannungsgenre ist aus meiner Sicht mehr als gelungen. Als Autor einer sehr erfolgreichen Vampirserie hat er genau die richtigen fantastischen Elemente mit den Kriterien verbunden, die ein Thriller braucht. Ich hoffe, dass der Autor auf jeden Fall noch weiter in dieser Richtung schreibt und würde mich sehr freuen, recht bald wieder von ihm zu hören.

„Die Toten, die ich rief“ bekommt auf meiner persönlichen Bewertungsskala ohne Punkt und Komme die Bestwertung!