Mal was ganz anderes!

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hrafnaklukka Avatar

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"Die Toten, die ich rief" ist mal eine erfrischend andere Art Thriller, als der übliche Mainstream. Leser, die auch alternativen Thriller-Ideen aufgeschlossen gegenüber stehen, sollten sich Darren Shans Neuerscheinung nicht entgehen lassen. Das es Shan zum Fantasy-Genre hinzieht hat man ja schon beim "Mitternachtszirkus" gesehen. Und auch in seinem Thriller kann er dem Übernatürlich nicht wirklich abschwören: Ed Sieveking ist Horrorbuch-Autor. Was kaum einer weiss, ist das die Geister, über die er schreibt, längst zu seinem Alltag gehören und das sechs von ihnen seine ständigen Begleiter sind. Der aus Montana stammende Schriftsteller kommt nach London, um mit seinem Kumpel Joe für sein neues Buch zu recherchieren. Auf einer Party lernt er die schöne Deleena kennen, die ihn vom ersten Moment an fasziniert. Leider stellt sich heraus, das Deleena die Frau des berüchtigten Unterweltboss Mikis Menderes, in Fachkreisen "der Türke" genannt, ist. Und der ist nicht nur eifersüchtig und lässt seine Frau 24 Stunden am Tag bewachen, sondern auch jeden umlegen, der ihm in die Quere kommt. Doch auch Ed Sieveking ist nicht ganz der harmlose Schriftsteller, wie er vorgibt ............
"Die Toten, die ich rief" hat mir sehr gut gefallen. Es handelt sich um eine sehr spannende Geschichte mit einem ungewöhnlichen Hintergrund, und dem Autor gelingt es, durch viele überaschende Wendungen die Handlung am Laufen zu halten. So konnte ich das Buch, nachdem ich mich in die Geschichte eingefunden hatte, kaum aus der Hand legen. Ed Sieveking ist nicht der Sympathischste aller Haupt-Protagonisten, hat aber als Figur durchaus seinen Reiz. Er ist ein verschroben wirkender Mann mit vielen Ecken und Kanten, einer interessanten Vergangenheit und jeder Menge Schuldgefühle, die sich - vielleicht - als Geister manifestieren. Auch die anderen Figuren sind gut gelungen, auh wenn die "Bösen", allen voran "der Türke", doch manchmal sehr dem gängigen Klischee entsprechen. Die Handlung ist wie ein Puzzle, das der Leser nach und nach mit Sieveking zusammen setzen muss. Kaum denkt man, es ist vollständig, schlägt der Autor wieder einen Haken, nur um den Plot dann völlig anders zu gestalten, um dem Ende die richtige Würze zu geben. Der Thriller ist flüssig geschrieben, man kann ihn leicht und (fast) in einem Rutsch durchlesen. Von mir bekommt "Die Toten, die ich rief" eine absolute Lese-Empfehlung.