Viveca Sten: Die Toten von Sandhamn

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Da ich bisher noch keinen der Romane um Thomas Andreasson gelesen habe, habe ich alle drei Bücher nacheinander gelesen. Nachdem die ersten beiden Romane eher leichtere Krimis sind, deren Inhalt sich hauptsächlich um die Probleme und Befindlichkeiten der handelnden Personen dreht und der Kriminalfall zwar der Anlaß der Erzählung ist, aber eher eine Nebensächlichkeit darstellt, ist der dritte Roman ein typischer Schwedenkrimi, der aufgrund seiner Handlung, die im Winter, bei Eis und Schnee spielt, recht düster anmutet. Die handelnden Personen sind wieder die gleichen der vorhergehenden Romane: Da ist Nora Linde, die es nun endlich über sich bringen konnte, sich von ihrem Mann Hendrik, Radiologe an einem Stockholmer Krankenhaus und Sohn reicher Eltern, zu trennen: Seine Affäre mit einer Krankenschwester war der ausschlaggebende Faktor. Ihre beiden Söhne Adam und Simon – Andreassons Patensohn. Margit, Thomas ältere Kollegin, Mutter zweier Töchter im Teenager-Alter, mit der er bereits die ersten beiden Fälle im bewährten Team gelöst hat. Seine Ex-Frau Pernilla, an deren Trennung durch den Tod ihrer beider Tochter Emily, er in den beiden ersten Romanen ständig denkt und die nun in Band drei wieder nach Stockholm zurückkehrt und Kontakt mit ihm aufnimmt.

Der Fall: In einer dunklen Herbstnacht verschwindet eine junge Frau auf dem Heimweg spurlos. Im Februar des Folgejahres finden Noras Söhne beim Spielen auf Sandham einen verwesten Arm, der auf die verschwundene Frau hinweist. Thomas Andreasson und seine Kollegin Margit übernehmen die Ermittlungen. Viveca Sten erzählt einen äußerst spannenden Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Gut gewählt finde ich ihr Stilmittel, die aktuelle Handlung auf Sandhamn mit Geschehnissen auf Sandhamn in den Jahren 1899 – 1962 nebeneinander zu stellen. Der Leser ahnt zunehmend, dass beide Erzählstränge etwas miteinander zu tun haben. Aber erst zum Schluss gehen sie ineinander über und führen zur Lösung des Falls und zum Showdown auf den Eisschollen vor Sandhamn in dessen Verlauf Thomas fast erfriert. Ich hoffe, dass es noch weitere Romane um Thomas Andreassons gibt und bin gespannt. Fünf Sterne