Drei Brüder

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Ein Buch voller Tragik, Trauer und nicht verarbeiteten Emotionen. Die drei Brüder Nils, Pierre und Benjamin treffen sich nach dem Tod ihrer Mutter. Sie sollen die Asche der Verstorbenen in deren Sommerhaus am See verstreuen, dort, wo die Familie die einst den ganzen Sommer verbracht hat. Die Brüder waren sich dort die meiste Zeit selbst überlassen, da die Eltern sich gerne dem Alkohol hingaben. Die Eltern frönten ihrem Bohemiestil und kümmerten sich in dieser Zeit nicht so viel um ihre Kinder. Jetzt, wo sie nach zwanzig Jahren wieder an den Ort ihrer Jugend kamen, treten die Erinnerungen auf und vieles dort Erlebtes haben sie bis heute noch nicht verarbeitet und sie leiden deswegen unter Zwangsstörungen. Die Eltern sind relativ früh verstorben und jeder der Brüder lebt sein eigenes Leben, zur Mutter hatte man nur sporadisch Kontakt. Der Autor schreibt in einfachen und kurzen Sätzen in 24 Kapitel über das Erlebte und man gewinnt beim Lesen den Eindruck, dass er hier seine eigene Kindheit beschreibt. Wenn man sich die Geschehnisse durch den Kopf gehen läßt, bleibt einem ein sehr negativer Eindruck zurück. Gerade das Wesen der Mutter war nicht einfach durchschaubar. Einmal war sie zärtlich und lieb zu ihren Söhnen, ein anderes mal schroff unddirket genervt. Die Rückblicke insbesondere von Benjamin lassen das Buch lebendig werden und man kann so manche Reaktionen der Eltern überhaupt nicht verstehen. Der Einband ist sehr minimalistisch gehalten in verschiedenen Brauntönen, auf dem zwei Jungs in Badehose ihren Blick konzentriert zum Himmel wenden. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, so hat mit das Schicksal der Kinder intressiert und mitgenommen. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen, jedoch ist es keine einfache Lektüre.