Das Gesicht des Krieges

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x-bein Avatar

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Selten hat mich eine Leseprobe gleichzeitig so berührt und geschockt wie diese.

Der Rückblick auf den Anschlag auf das World-Trade Center in Verbindung mit der Geschichte einer Bewerbung auf eine Arbeitsstelle in eben jenem Gebäude, macht das ganze noch einmal ein Stück realistischer. Die Bilder, die Tagelang durchs Fernsehen liefen, hat wohl jeder noch im Kopf. Die Autorin verknüpft sie mit zwei Bewerbern die das Glück (in diesem Fall jedoch Pech) hatten, die Stelle antreten zu können. Beide kamen dort ums Leben.

Nur kurze Zeit später befindet sich der Leser mit Romain Roller in der Hölle von Afghanistan. Was Roller beschreibt, ist für niemanden, vorstellbar, denn unser Gehirn kann solch schrecklichen Dinge nicht erfassen. Die Menschen, die es müssen, kommen traumatisiert zurück. Es ist nicht leicht, diese Zeilen zu lesen. Aber das ist nun einmal der Mensch, der sich hier von seiner schlimmsten Seite zeigt. Unbegreiflich, aber doch ist es so.

Auch die Passage über den Manager François Vély hat mein Interesse geweckt. Mit Macht kann man viel erreichen - aber auch ebenso viel verlieren.

Karine Tuil hat sich einem emotional sehr schwierigen Thema gewidmet und sie schreibt einfach brillant. Die Leseprobe war in Nu verschlungen und ich hätte sehr gerne noch weitergelesen - trotz der schwierigen Thematik. Der Klappentext verrät noch so einiges mehr und auch darauf bin ich mächtig gespannt. Das Cover ist optisch nicht so der Hingucker und hat irgendwie auch keinen so rechten Bezug zum Thema. Aber alleine die Beschreibung im Klappentext sorgte dafür, dass ich die Leseprobe unbedingt lesen musste und ich bin nicht enttäuscht worden. Bis dato habe ich von der Autorin noch nichts gehört oder gelesen. Von mir gibt es fünf Sterne.