Leise und schrullig, aber spannend!

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calimero8169 Avatar

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Inhalt

Es ist der Morgen nach dem großen Austernfest. Kommissarin Karen Eiken
Hornby, Ende 40, wacht betrunken neben ihrem arroganten Chef auf. Etwa
zur gleichen Zeit wird eine Frau brutal in ihrem Haus erschlagen. Das Opfer
ist aufgerechnet die Ex-Frau des Mannes, mit dem Hornby gerade die Nacht
verbracht hat. Ihr Chef kann nicht selbst ermitteln, da er zu den potentiellen
Verdächtigen gehört. Hornby soll den Fall übernehmen und kann endlich zeigen, dass sie mehr drauf hat. Zuvor muss sie jedoch noch ein anderes Alibi für ihren Chef finden. An der rauen Küste Doggerlands deckt Karen Eiken Hornby eine alte Lüge auf, die das ganze Land erschüttern wird.

Eindruck

Doggerland - mittelsteinzeitliche Landmasse, durch den Anstieg des Meeres-
spiegels überflutet. Ehemals besiedelt von Jägern und Sammlern. Genauso
stellt es sich dar... rauh, schrullig, irgendwie einsiedlerisch. So auch seine
Bewohner, ebenso sperrig wie vermutlich damals dieser Flecken Erde.

Ich habe ein wenig gebraucht und mit den Charakteren "warm" zu werden,
wobei das in solchen Landesecken wohl nur richtig möglich ist, wenn "man
dazu gehört" und niemals diese eingeschworene Gemeinschaft verlässt.
Maria Adolfsson hat einen sehr ausschweifenden, Detail verliebten
Schreibstil. Und auch damit musste ich mich ersteinmal anfreunden, denn die
Vorbereitung auf das Ende war schon langatmig, aber nicht unangenehm. Immer
und immer wieder habe ich mich gefragt, was ist es, das mich so fesselt. Eben
jene spröden, steifen, nordisch distanzierten Charaktere und eben jenes "real
fiktive Land" war es. Genauso wie die eingestreuten Rückblenden in die 70er
Jahre, wo ich mich fragte, was soll das? DAS kann keinesfalls der Auslöser für
einen Mord gewesen sein.

Und dann kam die Wende! Mehr und mehr baute sich die Spannung auf und
ich wurde mit einem temporeichen Finale restlos von "Doggerland - Fehltritt"
überzeugt. Ich mußte mir doch erstmal bewußt werden, dass es sich nicht um
einen Thriller sondern einen Kriminalroman handelt, bei dem eben die
Ermittlungen - die ja meistens sehr langwierig sind - im Fokus stehen. Und
damit war dann von Langatmigkeit keine Rede mehr.

Fazit

Toller Auftakt zu einer Trilogie um Karen Eiken Hornby und Doggerland. Ich
kann diesen Krimi wirklich empfehlen und habe mir die Folgebände bereits
auf meine Wunschliste geschrieben.