Drei Tage und ein Leben: gelungener Roman, der durch die Handlung und die ungewöhnliche Perspektive überzeugt

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tiffi2000 Avatar

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Klappentext:

»Innerhalb weniger Minuten hat sein Leben die Richtung geändert. Er ist ein Mörder. Doch die beiden Bilder passen nicht zusammen, man kann nicht zwölf Jahre alt und ein Mörder sein.«
Der bewegende neue Roman des Goncourt-Preisträgers Pierre Lemaitre spürt dem Leben eines jungen Mannes nach, dessen Zukunft unwiderruflich festgeschrieben scheint.

Buchgestaltung:

Das Cover zeigt neben dem Titel „Drei Tage und ein Leben“ das Foto eines Jungen und ist überwiegend in dunklen Tönen gehalten worden.
Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut, da ich zum einen die Farbgestaltung sehr mag und ich finde, dass die dunklen Farben gut zum Buchinhalt passen. Auch wird durch diese dunklen Töne sofort eine gewisse Stimmung durch das Cover vermittelt, was wiederum sehr neugierig auf die Geschichte macht. Dies wird zudem noch unterstützt durch das Bild, welches ebenfalls sehr mysteriös wirkt und durch welches Interesse an der Handlung geweckt wird.
Der Titel ist ebenfalls sehr passend und mir gefällt vor allem, wie er in das Cover integriert wurde. Dabei ist auch die rote Farbe sehr gelungen, da sie einen tollen Kontrast zum ansonsten dunklen restlichen Cover darstellt.
Der Klappentext beschreibt das Buch ebenfalls spannend, ich hätte ihn mir aber vielleicht noch etwas ausführlicher gewünscht.
Insgesamt gesehen eine sehr gelungene Buchgestaltung, die auf jeden Fall zum Lesen des Buches animieren kann.

Eigene Meinung:

Ich war aufgrund der wirklich gelungenen Buchgestaltung und der Thematik sehr neugierig auf diese Geschichte, welche mich auch sehr überzeugen konnte.
Generell einmal finde ich die Idee dieses Buches, dass ein Junge zu einem Mörder wird, sehr ungewöhnlich für einen Roman, weshalb auch sofort mein Interesse geweckt war, zumal ich dieses Szenario als dennoch durchaus sehr realistisch einschätze. Der Einstieg in das Buch ist dabei gelungen gestaltet worden und ich war sofort sehr neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Die Handlung ist dann auch durchwegs sehr interessant und konnte mich von Beginn an fesseln, da man immer stärker in das Buch hineingezogen wurde. Sehr nachvollziehbar wurden dabei auch die Umstände beschrieben, die zu der Tat geführt haben, sodass man hier bereits sehr tief in die Geschichte eingetaucht ist. Vor allem aber auch die Ereignisse, die nach der Tat passieren, werden sehr anschaulich beschrieben, wobei ich mich trotz des Ausmaßes der Tat durch diese Beschreibungen sehr gut in die Lage der Hauptfigur versetzen konnte. Auch fand ich es sehr gelungen, dass die Geschichte Antoine nicht nur zum Zeitpunkt der Tat begleitet, sondern, dass man in den weiteren Kapiteln auch noch seine spätere Entwicklung miterleben kann, wobei mir insgesamt sehr gut gefallen hat, wie das Thema „Schuld“ aufgegriffen wurde. Das Ende ist ebenfalls sehr gelungen und überraschend und hat das Buch für mich gut abgerundet.
Die Figuren des Buches sind sehr spannend und gerade, dass man viel von der Hauptfigur Antoine erfährt, hat mir gut gefallen. Ich fand es dabei unglaublich interessant, mich in ihn hineinzuversetzen und seine Leben sowie seine Gedanken „mitzuerleben“, was ich beides auch als sehr anschaulich beschrieben empfunden habe. Generell hat es mir sehr gut gefallen, dass in diesem Buch einmal die Perspektive des Täters auf eine so nachvollziehbare Art eingenommen wurde. Aber auch die anderen Charaktere sind sehr interessant dargestellt und haben zu der Geschichte gut beigetragen.
Die Sprache des Buches ist gut gestaltet, hat aber auch einen ganz eigenen ungewöhnlichen Stil, der mich dennoch überzeugen konnte. Schön fand ich vor allem, dass man dadurch sehr unmittelbar das Geschehen miterleben konnte.

Fazit:

Ein sehr gelungener Roman, der durch die wirklich ungewöhnliche Thematik und den Fokus der Geschichte auf den Täter überzeugen kann. Die Hauptfigur wird sehr anschaulich dargestellt und auch die etwas ungewöhnliche Sprache konnte mich letztlich überzeugen, sodass ich das Buch sehr empfehlen kann.

Autor:

Pierre Lemaitre, 1951 in Paris geboren, ist Autor mehrerer preisgekrönter Romane und Kriminalromane. Sein letztes Buch, »Wir sehen uns dort oben«, wurde mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet. Nun liegt sein neuer, hochgelobter Roman »Drei Tage und ein Leben« in deutscher Übersetzung vor. Der Autor lebt in Paris.

Allgemeine Infos:

Titel: Drei Tage und ein Leben
Autor: Pierre Lemaitre
Verlag: Klett-Cotta
Seitenzahl: 270
Preis: 20,00 EUR
ISBN: 978-3608981063