Unkonventionell

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Als das Buch ankam war ich vom Cover total begeistert, das tiefblaue, leuchte Farbthema und das tolle Design. Bis ich dann die Schutzumschlag abnahm. Mit seinem leuchtenden Pink sieht das eigentliche Buch nicht aus wie Dschungel: Roman, sondern Barbie: Roman. Hier fungiert der Schutzumschlag nicht zum Schutz des Buches, sondern der Augen.

Beim Inhalt ging es mir ähnlich. Der erste Eindruck war überwältigend, die Intensität konnte aber nicht gehalten werden.
Es beginnt mit einer Erzählung aus der Jugendzeit der beiden Protagonisten. Am Rande einer Klippe. Felix überredet und zwingt den Erzähler immer weiter die Klippen herauf, immer näher an den Rand und den Abgrund, bis sie genau an der Kante stehen. Hier offenbaren sich gleich zu Beginn die Charaktere. Felix, charismatisch, hypnotisierend, manipulativ, doch mit einer verborgenen inneren Welt voller Verzweiflung. Der Erzähler, folgsam, vorsichtig, und hoffnungslos in Felix Bann versunken.
Als Felix Jahre später verschwindet bittet Felix Mutter seinen besten Freund um Hilfe. Sofort lässt er alles zurück, was er sich aufgebaut hat um im Dschungel von Kambodscha nach seinem besten Freund zu suchen.

Obwohl mir der hochwertige Sprachstil und die Tiefe sehr gut gefallen hat konnte mich der Roman nicht vollständig überzeugen. Auch wenn durch das geteilte Geheimnis, die zusammen erlebten Geschichten einiges nachvollziehbar war ging mir der Erzähler wegen seiner an Dummheit grenzenden Hörigkeit gewaltig auf die Nerven, und Felix war mir im ersten Kapitel schon verhasst. Trifft der Erzähler zwar viele unterschiedliche Charaktere, wie Hippies, Kriminelle und Rucksacktouristen war niemand schrullig oder sympathisch oder wirklich interessant. Auch wenn ich es mehrfach als Reiseroman beschrieben bekommen habe sind mir Land und Leute kein Stück näher gebracht worden.