Klein-Mädchen-Traum mit allerlei Klischees

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wortteufel Avatar

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Zugegeben, ich bin vielleicht einfach etwas zu alt für "Du bist mein Feuer", die Geschichte rund um das ungleiche Paar Veronica und Caleb. Mit sechtzehn wäre ich vielleicht Feuer und Flamme gewesen für diese durchaus entzückende Liebesgeschichte, der es nicht an Erotikelementen mangelt. Aber was stört mich denn eigentlich? Aber Vorsicht, diese Rezension könnte ein wenig spoilern!

Veronica, das strebsame Mädchen aus schwierigen und eher bescheidenen Verhältnissen, wird unverhofft und auch eher ungewollt die neue Mitbewohnerin des unglaublich attraktiven Bad Boys Caleb, der seinerseits aus betuchtem Hause stammt. Er, verliebt sich (eigentlich) aus Prinzip nicht und sie, ist so enttäuscht vom bisher einzigen Mann in ihrem Leben - ihrem Vater - dass sie dem Konzept Beziehung nicht mehr trauen will. Hier hapert es schon an der unglaublich fadenscheinigen Prämisse, die die beiden zusammen führt und zu Mitbewohnern macht. Aber damit hätte ich noch leben können! Die beiden Protagonisten selbst bedienen dann aber soviel Klischees, dass es fast schon wehtut.

Natürlich verliebt sich Caleb quasi postwendend in die hübsche Veronica - so weit so gut, wäre sie nicht gleich "the one and only" und die Frau, die er heiraten möchte! Sie - im übrigen noch Jungfrau, soviel ernstzunehmende Realität muss der Roman vertragen - wehrt sich natürlich anfänglich gegen seine Eroberungsversuche und erliegt ihm dann doch recht schnell. Klar, nach einem eher mauen ersten Drittel musste dann ja doch mal eine ausgedehnte Erotikszene her und das, bitte, nur zwischen zwei Menschen, die sich abgöttisch lieben.

Um die Geschichte nicht zuschnell enden lassen zu müssen, bringt die Autorin dann noch eine Gegenspielerin ins Rennen. Absolut legitim und auch nicht schlecht gemacht, auch wenn hier für meinen Geschmack ein wenig arg über die Stränge geschlagen wird. Persönlich hätte ich mir mehr Eifersucht und weniger Wahnsinn gewünscht - aber so funktioniert es auch.

Die Figuren sind alles in allem ganz gelungen, auch wenn sie so wunderbar in ihre Klischeeformen passen und auch die Freunde des ungleichen Paars und die Antagonistin sind greifbare Wesen, deren Handlungen der Leser nachvollziehen kann.

Interessant und auch ganz gelungen ist der Erzählstil, der zwischen den Perspektiven der beiden Protagonisten wechselt. Hierbei werden Handlungsabschnitte nur selten doppelt betrachtet, so dass mit jedem Perspektivenwechsel die Handlung voran kommt. Ob die Autorin hier tatsächlich ein Händchen für die männliche Perspektive Calebs beweist, sei dahingestellt.

Unterm Strich ist "Du bist mein Feuer" eine schöne erotische Geschichte für Zwischendurch, wenn man denn auf Erotik steht. Das Hörbuch wird in Veronicas Perspektive von Carolin Sophie Göbel gesprochen und in Calebs von Moritz Pliquet. Beide Sprecher konnten mich absolut überzeugen und beleben mit ihrer Art die hier und da etwas fade Geschichte sehr.