Abenteuerliche Reise

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wildeboys Avatar

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Auch beim Lesen des ganzen Buches musste ich immer wieder an die Abenteuer von Tom Sawyer denken, da hat mich die LP nicht getrogen. Ich würde die Geschichte in den 40er Jahren ansetzen in einem eher armen Flussgebiet am Sabine River, Osttexas. Das sagen haben die Männer, sie kennen es nicht anders als ihre Frauen zu schlagen, der Alkohol tut sein übriges. Kinder haben kaum eine Chance auf Bildung und eine bessere Zukunft. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der sechzehnjährigen Sue Ellen, deren Mutter sich durch ihr Allheilmittel ständig in einem Rausch befindet um dem dristen Leben zu entfliehen. Beim Fischen mit ihrem Vater und Onkel wird die Leiche ihrer Freundin Mary Lynn an Land gezogen. Auch Terry ist dabei, Sue Ellens schwuler Freund. Mary Lynns größter Wunsch war nach Hollywood zu kommen, Sue Ellen, Terry und die farbige Jinx glauben an die hübsche Freundin, die sich so sehr aus dem Elend ihrer Jugend weg wünscht. Der Bruderer verschwand nach einem Bankraub, die Mutter ertränkte sich, der Vater ertänkte sein Leben dagegen in Alkohol. Keinen interessieren die Umstände des Mordes an dem Mädchen, lieblos wird sie verscharrt. Terry, Sue Ellen und Jinx wollen die Leiche ausgraben, verbrennen und die Asche nach Hollywood bringen. Ein makaberes Vorhaben das die drei in Gefahr bringt. Plötzlich erinnert sich jeder an Mary Lynns Bruder und die verschwundene Diebesbeute, die den Freunden in die Hände fällt. Schnell wird ihnen klar wie gefährlich ihre Reise werden wird. Durch die Ereignisse klären sich auch die umnebelten Sinne von Sue Ellens Mutter. Sie begleitet die drei, die sich mit einem Floss auf den Weg nach Hollywood machen. Unterwegs müssen sie jedoch vielen Gefahren trotzen. Einer ihrer Verfolger ist "Skunk" eine Art Waldmensch, eine furchteregende Gestalt, von der niemand mit Sicherheit sagen kann ob es sie überhaupt gibt.
Sehr spannend wird die Geschichte aus der Sicht der Jugendlichen erzählt. Ich musste mich erst an den Stil gewöhnen, aber irgendwann fand ich es sehr passend. Die Sätze beginnen oft mit "Ich und...." was ja auch die mangelnde Bildung hervorheben könnte, die beschrieben wird. Die Jugendlichen wirken oft noch kindlich, sind dann aber wieder erschreckend erwachsen in ihrer Mentaltätat, was ihr ärmliches Leben verdeutlicht.Viele Geheimnisse werden auf der Reise gelüftet, die das Leben der Menschen auf immer verändern wird. Das Buch steht unter der Rubrik Krimi, könnte aber genau so gut als Abenteuerroman durchgehen.
Das Cover finde ich auch zu meinen ersten Gedanken an Tom Sawyer passend. Wildromantisch und doch enterungsreich.