Ein erfülltes Leben voller Höhen und Tiefen

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nickilotta Avatar

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Ein rundum gelungenes Erstlingswerk erscheint mit "Durch alle Zeiten" am 12.10.17 im Ullstein Verlag. Die Autorin Helga Hammer kann zurecht stolz sein auf die Geschichte rund um Ihre Protagonistin Elisabeth, deren Leben von der Kindheit bis hin zum Tod die Hauptrolle in diesem Roman spielt. Auf 270 Seiten wird "Lizzies" Lebensgeschichte abwechseln in der Vergangenheit und Gegenwart erzählt und lässt uns tiefe Blicke in Ihr Herz werfen.

Zum Inhalt:
Schon als Kind hat es Elisabeth nicht leicht. Der Vater verstirbt früh, die Mutter arbeitet sich für die Kinder auf um Ihnen eine einigermaßen gute Zukunft zu bieten. Elisabeth ist ein kluges Kind und schafft es, eine Haushalts-Schule zu besuchen und zieht anschließend ins Ausland, um dort erste Erfahrungen zu sammeln und um zu vergessen - denn Ihre Jugendliebe hat Sie für eine eher standesgemäße Frau sitzen lassen. Doch noch wissen beide nicht, dass diese gemeinsame Liebesgeschichte sie Ihr Leben lang nicht loslassen wird. Denn in keiner Ihrer folgenden Liebeleien kann sie so hemmungslos lieben wie mit Niklas.

Meine Meinung:
Ein wundervolles Buch, ein Lebenswerk, dass von damals bis heute die starke Geschichte von Elisabeth erzählt. Angefangen von der Unterdrückung der Frau in den Kriegsjahren und noch länger danach bis heute, in denen die meisten Frauen ein selbstbestimmtes Leben führen dürfen. Schonungslos berichtet uns die Autorin von all den Kränkungen, der Böshaftigkeit aber auch der bedingungslosen Liebe die Elisabeth in Ihrem Leben erfahren durfte.

Während des Lesens, oder eher während des regelrechten Verschlingens dieser Erzählung habe ich mich oft gefragt, ob es sich eigentlich um einen Tatsachenbericht handelt oder ob die Geschichte frei erfunden ist. Dies verrät die Autorin im Nachspann, denn tatsächlich ist Helga Hammer eine alte Freundin von Elisabeth. Und obwohl die Hauptprotagonistin also im realen Leben existiert, entspringt wohl ein Großteil der Geschichte der Phantasie der Autorin. Leider erfährt man nicht was wirklich wahr und was erfunden ist.

Was mir sehr gefällt sind der Schreibstil der Autorin, der stetige Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart die zum Schluss ineinander verschmelzen und allgemein diese tolle Lebensgeschichte einer wahrhaft starken Frau.
Was mir eher negativ auffällt ist das Cover, weil dies in meinen Augen nicht wirklich zu der Geschichte passt. Bis auf eine kurze Szene, in der Elisabeth während einer Hochzeitsfeier Ihre Jugendliebe kennenlernt, ist das gesellschaftliche Vergnügen eher nicht Bestandteil des Buches. Die österreichischen Berge, der Bergbauernhof, ein Bild von Elisabeth im höheren Alter oder eines von früher, zusammen mit ihren Kindern, würde der Erzählung wohl eher gerecht werden. Alleine wegen des Covers hätte ich das Buch wohl in einer Buchhandlung nicht in die Hand genommen.

Ich vergebe sehr gerne 4 wohl verdiente Sterne und kann eine eindeutige Kauf- bzw. Leseempfehlung aussprechen. Und an alle zukünftigen Leser gerichtet: Wählt Euch mit dem Beginn des Lesen einen Zeitpunkt aus, wo Ihr euch ruhig für ein paar Stunden zurück ziehen könnt - denn glaubt mir - Ihr werdet das Buch nicht aus der Hand legen können bis Ihr die Geschichte von Elisabeth zu Ende gelesen habt!