Die Suche nach Gott

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
hatschepsut Avatar

Von

Das Cover des Buches kommt etwas unscheinbar daher und man kann nur bei genauem Hinsehen die kleinen Hinweise auf die Story erahnen. Besonders gefreut hat mich die persönliche Widmung des Autors, aber das tut nichts zu meiner Meinung über diese fantasievolle Story.Sie ist für mich eine Mischung aus Sci-Fi/Fantasy gemischt mit religiösen Fragen des Lebens plus fundiertes Wissen über die Neurowissenschaft gekoppelt mit Technik. Gerade die wissenschaftlichen Aspekte haben das Lesen für mich an einigen Stellen etwas verlangsamt, sie scheinen aber allesamt fundiert zu sein. Die Nebenschauplätze wie die aufflammende Liebe zwischen zwei der Protagonisten haben mich etwas mehr gefesselt. Alles in allem ist das Ganze abgerundet und fügt sich gut zusammen. Es gibt drei Hauptdarsteller, den Atheisten Stoller, die Pianistin Anna und ihren Bruder den Neurologen, der glaubt den Gottes-Algorithmus gefunden zu haben.
Stoller ist seines Lebens müde. Er ist Bauingenieur, seine Arbeit langweilt ihn, er trinkt zu viel, hat keine Frau und keine Perspektive. Er beschließt sich an seinem vierzigsten Geburtstag umzubringen. Da er aber nicht brechen möchte von den Tabletten, die er zu nehmen gedenkt und nicht in einer dreckigen Behausung aufgefunden werden will, beschließt er die Wohnung erst noch zu putzen und dann einkaufen zu gehen, um sich noch etwas zu Essen zu machen. Auf dem Weg nach draußen begegnet er Anna, die gerade im Müllcontainer etwas sucht. Anna hat so ihre eigenen Probleme. Sie ist nicht selbstbewußt, hat sich einen Finger selbst abgeschnitten und ritzt sich regelmäßig. Wegen ihrem Finger kann sie keine Konzertpianistin werden und jobbt in einer Bar am Klavier. Stoller ist hin und weg von Anna, will aber sein Vorhaben trotzdem umsetzen.
Daniel Meckel, der Neurologe bastelt an einem Gerät, daß er den Gottes-Algorithmus nennt herum. Bei einigen Probanden hat er schon funktioniert, aber leider nicht so ganz ohne Nebenwirkungen. Er wohnt mit seiner Schwester Anna direkt neben Stoller und experimentiert mit seiner Erfindung herum. Wahrscheinlich ist es auch einer dieser Versuche, die bei Stoller die Verwandlung hervorrufen. Urplötzlich hat der Atheist Stoller ein Gotteserlebnis und hat das Gefühl, er müsse in dieser Richtung weiter forschen. Er stellt sein ganzes Leben auf den Kopf, läßt sich die Haare schneiden, kauft sich neue Klamotten und fängt wie besessen an in der Bibel zu lesen oder zu recherchieren. Leider übertreibt er mit seinem neu errungenem Glauben, so daß er seinen Job verliert und immer öfter als verrückt eingestuft wird. Nur Meckel wird hellhörig, denn er vermutet schon einen ungeplantes Ergebnis seiner Versuche.
Stoller ist in seinem neuen Leben mit dem Glauben an Gott glücklich nur Anna fehlt ihm noch zu seinem Glück. Er kommt Meckel bei seiner Recherche gefährlich nah, denn was er nicht weiß ist, daß Meckel mit dem Geheimdienst zusammen arbeitet und es so langsam heiß wird.
Mir hat das Buch Spaß gemacht, denn bei aller Fiktion kann man sich auch gut vorstellen, daß es eine solche Technik geben könnte, mit der die Menschheit so einfach manipuliert werden kann. Es wirft Fragen über den Glauben auf, aber auch ans Glücklich sein und das Leben im allgemeinen. Trotzdem ist es auf eine Art leicht und humorvoll und läßt sich wunderbar lesen.