Alle gehen und einer bleibt zurück

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mimiskleinewelt Avatar

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Inhalt: Im Mai 1957 streut der Afroamerikaner Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet seine Tiere und zündet sein Haus an. Danach verlässt er mit seiner Familie den Staat. Ihm folgten alle restlichen Afroamerikaner, so dass am Ende kein Einziger mehr übrigbleibt. Ratlos bleibt die weiße Bevölkerung zurück und fragt sich: Warum?

Cover: Das Cover ist schwarzweiß gehalten und zeigt mehrere Afroamerikaner vor einem Laden, die auf etwas warten zu scheinen. Es könnt gut eine Busstation sein, die auch im Buch eine wichtige Rolle spielt.

Meinung: Einer der Grundpfeiler ist definitiv, dass die Geschichte in einer Welt spielt, in der die Südstaaten den Sezessionskrieg gewonnen haben. Außerdem spielt sie in einem fiktiven Staat namens Willson. Zwar gibt es so etwas wie eine Rassenbewegung, aber sie ist nicht so stark, wie sie in Echt gewesen war. Dennoch ist die Art der Zeit und auch die Mentalität der Südstaaten sehr gut eingefangen. Auch die Sprache passt sehr gut ins Bild, denn viele der Charaktere benutzen Wörter wie „Nigger“ und „Neger“ im alltäglichen Gebrauch. Anders als vielleicht vermutet, sind die Hauptakteure auch nicht Tucker Caliban und seine Familie, sondern die weiße Bevölkerung in dem kleinen Ort Sutton. Allen vor an die Familie Willson, die eng mit der Familie Caliban verbunden ist, da ein Vorfahr der Willsons besaß den Vorfahren von Tucker Caliban als Sklaven. Aber generell kann man die Verbindung der Willsons und den Calibans als gut bezeichnen, da die Willsons sie wie Menschen behandeln und nicht als ihren Eigentum ansehen. Bei anderen Charakteren ist dies anders.
Der Stil macht viel in dem Buch aus. Zuerst wird alles von einem allwissenden Erzähler erzählt und wir bekommen die Situation geschildert. Man kann sich alles gut vorstellen und ich hatte gleich ein Bild von einer kleinen Stadt im Süden im Kopf. Dann haben wir vier Kapitel aus der Sicht der Familie Willsons, die alle in der Ich-Perspektive geschrieben sind, und uns ein Bild von Tucker Caliban geben. Das Kapitel vom Patriarchen David Willson besteht sogar aus Tagebucheinträgen.
Generell muss ich sagen, dass mich das Buch sehr in seinen Bann gezogen hat, auch wenn es relativ pessimistisch endet, wie ich finde. Die Charaktere sind zwar alle sehr stereotypisch, aber das passt einfach zu der Geschichte.
Auch gut gefallen haben mir das Vorwort von Kathryn Schulz und das Nachwort von Kelleys Tochter Jessica. Beides hat mir ein gutes Bild des Schriftstellers vermittelt.

Fazit: Ein sehr wichtiges Buch, welches in meinen Augen auch noch heute eine wichtige Rolle spielt. 5 von 5 Sternen.