Getraeumtes Paradies

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amaruq Avatar

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Die Hauptprotagonistin in Chelsey Philpots Erstlingsroman „Ein anderes Paradies“  ist die ruhige und introvertierte Elftklaesslerin Charlotte Ryder, die das St. Annen Maedcheninternat besucht und ihre Freizeit kuenstlerisch mit der Gestaltung von Skulpturen verbringt. Doch eines abends aendert sich ihr bis dahin beschauliches Leben durch die Begenung mit Julia Buchanan, die sie in den Strudel eines typisch jugendlichen Erfahrunskarrussells zieht. Ab da erlebt Charlotte ihre "ersten Male" hinsichtlich Alkohol, Liebe, Enttaeuschung und gebrochenem Herzen. Charlotte erlebt ihre neuen Abenteuer zunaechst wie in einem Rausch und geblendet durch das scheinbar schillernde Leben der Familie Buchanan. Aber auch dies endet irgendwann und der Plot geraet an einen Scheidepunkt, der Charlotte mit dunklen Familiengeheimnissen der Buchanans konfrontiert. 

Insgesamt betrachtet bietet der in einer sehr einfachen Sprache verfasste Jugendroman keine innovative Grundstory, sondern bewegt sich in typisch jugendlichen Themenumfeldern (Schule, Freundschaft, Ersterfahrungen und Familienkonflikte), was ein guter Ansatz ist, leider aber eine entsprechend gelungene Tiefe der Charakterzeichnungen und psychologisch ausgefeilte Darstellung von Beziehungskonstellationen vermissen laesst. Dadurch bleibt die ganze Geschichte leider sehr flach, schafft kaum Raum zur Identifizierung mit den Hauptcharakteren, laesst nicht so recht Spannung aufkommen und kann leider auch nicht mir einem ueberraschenden Ende und spektakulaeren Familiengeheimnis der Buchanans aufwarten. Und auch, wenn all das sehr schade fuer einen erwachsenen und erfahrenen Leserkreis ist, ist dieser Roman fuer ein jugendliches Publikum - und damit die eigentliche  Zielgruppe - dennoch interessant, gut zu lesen und knuepft an deren Erfahrungshorizont an.

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