Wenn man das Paradies findet...

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amitiel Avatar

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Es ist eine fast schon klassische Ausgangssituation. Ein braves, schüchternes Mädchen begegnet der wilden Tochter aus reichem Hause und die so ungleichen Mädchen freunden sich an. Die bisher so genügsame Charlie ist von dem Leben Julias natürlich fasziniert und genießt es, ein Teil davon geworden zu sein. Aber wie so oft trügt auch dieser Schein und Charlotte macht sich daran, das Familiengeheimnis aufzudecken.

Das Buch hatte vor allem in den ersten Phasen eine sehr spritzige und lockere Atmosphäre. Viele Situationen waren fast humorvoll und es macht einfach Spaß sich so im schnellen Tempo durch das Buch zu lesen. Der Schreibstil ist einem Jugendbuch angemessen, aber auch für ältere Leser nicht zu platt formuliert. Zudem sind die Figuren ungewöhnlich liebevoll und eingängig beschrieben, so dass man sich auch einige Tage später noch gut an sie erinnern kann und die Geschichte nicht so rasch verblasst, wie bei manch anderem Jugendbuch. Die ganze Familie Buchanan wächst nicht nur Charlie, sondern auch dem Leser sehr ans Herz.

Doch neben diesen sehr humorvollen, lockeren Passagen, gibt es auch schöne, fast schon philosophische Momente und Erkenntnisse. Es geht auch ums Erwachsen werden, oder besser gesagt Ums Wachsen. Auch ernste, nachdenkliche Töne werden angeschlagen und kommen nicht zu kurz. Selbst in dieser scheinbar so unbeschwerten Welt der wohlhabende Familie, dicht jede Figur ihre eigenen Kämpfe aus und so wirklich perfekt ist das Leben wohl nie.
Alles in allem fand ich das Jugendbuch sehr schön und unterhaltsam geschrieben. Eine leichte Lektüre, aber nicht ganz ohne Tiefgang. Liebenswerte Figuren und eine Welt, in die man eintauchen, ja sich hineinträumen kann.
Mir persönlich hätte noch ein Funke mehr Ernsthaftigkeit gut gefallen. Manche Passagen waren mir dann doch ein wenig zu albern, aber das ist rein persönlicher Geschmack. Empfehlenswert ist das Buch allemal.