Ein wirklich erstaunliches Debüt

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Mich hat dieses Debüt von Hank Green wirklich erstaunt. Es war deutlich, deutlich besser als ich zuerst angenommen hatte.

Inhalt:

April May ist eine 23-jährige Grafikdesignerin und langweilt sich in ihrem Job in New York.
Als sie eines Nachts auf eine ca. 3 Meter hohe Roboter-Statue, einem Transformer sehr ähnlich, stößt, kommt ihr der geniale Gedanke, sofort ein Video davon zu machen.
Und über Nacht wird sie so zur Berühmtheit, denn in der Zwischenzeit ist bekannt geworden, dass in allen größeren städtischen Regionen auf der Welt ein solcher Roboter gelandet ist und ganz offensichtlich war April die Erste, die darüber berichtet hat.
Sie nennt ihn Carl und diese Terminologie setzt sich auch durch.
Langsam wird April auch eine Persönlichkeit in den Medien, aber noch immer ist nicht klar, was es mit diesen Robotern auf sich hat.

Dieser Roman hat mich aus mehreren Gründen begeistert.
Die Charaktere sind hervorragend entwickelt worden, insb. April May.
Man fühlt direkt mit Ihnen mit, wozu sicher auch die Erzählweise beigetragen hat. "Ein wirklich erstaunliches Ding" ist im Stile einer Autobiographie geschrieben; man ist April also an sich schon näher als anderen Charakteren.
Auch der Aufbau und die Konzeption der Geschichte sorgen garantiert für Spannung, sehr geschickt arrangiert!
Das Ende des Romans ist leider etwas unbefriedigend, ich will aber nicht zu viel verraten.

Nicht zu vergessen ist der grandiose Humor, der an unzähligen Stellen deutlich wird und wirklich Spaß bereitet.
Als Leser merkt man, dass ein Youtuber über eine Youtuberin schreibt. Es geht stark um das Internet, über das Produzieren von Videos für YouTube und Co. und auch um (Macht durch) Berühmtheit. Dass der Autor Hank Green persönliche Erfahrungen in diesem Buch verarbeitet, dürfte sehr wahrscheinlich sein.

Auch die politischen Ansichten Hank Greens schlagen durch; es ist wahrscheinlich, dass er mit den Demokraten sympathisiert.
Mit gefällt, dass sich April May aber auch selber hinterfragt, sodass durchaus (in geringem Maße) differenziertes Bild entsteht.

So bleibt mir nur noch ein Fazit zu ziehen:
Dieses Buch bietet großes Kino, vor allem wegen April May. Es ist durchgehend spannend und nimmt den Leser mit. Humor, Witz und auch genügend Lebensweisheiten bietet es.
Nur das Ende lässt den Leser etwas ratlos und unschlüssig zurück.