Überleben an der Kinderfront

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Wie ergeht es einem Vater von 3 Kindern in der heutigen Zeit? Vor welche Herausforderungen ist er gestellt und was macht ihn trotz täglichen Stresses glücklich?

Der Autor, Musikwissenschaftler Martin Zingsheim, will keinen Erziehungsratgeber schreiben und tut dies auch nicht; was ich nur begrüße, denn davon gibt es eindeutig genug. Man denke nur an Super Nanny & Co.

Nein, er berichtet offen und mit einem Augenzwinkern aus dem eigenen Alltag mit seinen Söhnen. Und das kommt gut an, jedenfalls bei mir. Der humorige Erfahrungsbericht des 32-Jährigen liest sich flüssig und spart kein Thema aus. Ob die elterliche Geheimsprache, anstrengende Urlaubs- und Religionsdiskussionen mit den Sprösslingen oder der ständig steigende Optimierungswahn, der darin gipfelt, dass Kleinkinder schon Chinesisch lernen, Zingsheim ist sich seiner verantwortungsvollen Rolle als Vater und damit Erzieher bewusst. Doch er pfeift auf erzieherische Modeerscheinungen und geht alle Aufgaben recht pragmatisch und mit Geduld an.

FAZIT
Insgesamt fand ich das 254-seitige Buch kabarettistisch nett geschrieben. Es nimmt die heutigen Extremformen im Bereich Erziehung ordentlich aufs Korn und spart dabei nicht mit Eigenkritik. Ironisch-leichte Unterhaltungslektüre, die alles, aber auf keinen Fall belehren will. Manche Episode schmückte der Familienvater mir zu humoristisch und detailliert aus, so dass ich weiterblätterte.