Peru: Nos bañamos en la sangre

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cabriofahrerin Avatar

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Ein paar Kollegen des Frankfurter Polizeipräsidiums unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Giorgio DeLange haben eine Gegeneinladung der _Policía de Investigaciónes_ in Perus Hauptstadt Lima angenommen. Nach einer anstrengenden Sightseeing-Tour - Machu Picchu und Cuzco, 3.400m über dem Meeresspiegel - kommen sie endlich in Ayacucho an, eine  Stadt  im Spanischen Kolonialstil erbaut, auch "Winkel der Toten" genannt.

Die Reiseführerin hatte die Gruppe mit zahlreichen Horrorgeschichten über die Gräueltaten der spanischen Eroberer und die bluttriefenden lokalen Riten unterhalten; "Nos bañamos en la sangre" (wir baden in Blut).

Der letzte Tag steht den Kollegen zur freien Verfügung. Giorgio DeLange möchte nach Ayla. Dort hat ein Mann, namens Charly, vor vielen Jahren eine Grundschule gegründet. Doch Tomás, der peruanische Kollege, versucht, ihm dieses Ziel auszureden: Er habe die Schule besucht, an der Lehrer aus Italien, Frankreich und Deutschland unterrichteten. Anfangs seien alle mit ehrlichen Interessen gekommen, doch dann...

Ayla wurde zur "Wiege des Bösen". Der Philosophieprofessor Abimael Guzmán lehrte an der Universität Ayacucho über Mao und Marx und schickte infiltrierte Lehrer aufs Land. Sie gründeten die Bewegung "Sendero Luminoso" ("Leuchtender Pfad"), um die Indios zu "befreien" und die Fackel der Revolution zu entzünden. Neben wenigen Weltverbesserern waren die meisten Terroristen und Gewalttäter, die Menschen brutal niedermetzelten; heute sind nur noch Verbrecher übriggeblieben, und der Boden Perus ist mit Blut getränkt.

Warum interessiert sich Giorgio DeLange für Charly? Der ist inzwischen eine angesehene Persönlichkeit in Frankfurt - Dr. Karl-Heinz Neumann-von Braun. War er vielleicht auch ein _Senderista_? Giorgio hat eine noch offene Akte von 1968 über eine vermisste Person namens Alexandra Raabe. "Raabe/Simon/Neumann" stand damals auf dem Klingelschild einer restlos verwüsteten Wohnung. Neumann verschwand nach Peru, und auch Tomás kann sich dunkel erinnern: zwei Männer und eine Deutsche, Chhanka. Sie war der Teufel ...

Super: Welch ein ungewöhnlicher Plot, welch exotischer Schauplatz, welch aufwühlender realpolitischer Hintergrund!

Ein packend gestalteter Thriller - das verdient beste Empfehlungen und lässt auf ein erstklassiges Buch hoffen ...

 

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