Eine Geschichte über das Leben, die Liebe und alles dazwischen

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Für Cath und ihre Zwillingsschwester Wren beginnt auf dem College ein neues Kapitel ihres Lebens. Während sich Wren sofort einlebt und sich von heute auf morgen von ihrer Zwillingsschwester abnabelt, fällt es Cath schwer Anschluss zu finden, sie schottet sich von der Außenwelt ab und flüchtet in die Welt der Simon Snow Fanfiction. Dort ist sie ein echter Star und kann ihre Ängste vergessen. Doch als sie sich nach und nach mit ihrer Zimmergenossin und deren Freund Levi anfreundet, stellt Cath langsam fest, dass das echte Leben auch einiges zu bieten hat.

Mit "Fangirl" ist Rainbow Rowell ein ruhiges, authentisches und wunderschönes Porträt des Erwachsenwerdens und der ersten Liebe gelungen. Dabei hat mir besonders das Spiel zwischen Realität und Fiktion gefallen. Abwechselnd gibt es Kapitel über Cath und ihrer Geschichte und kurze Auszüge aus den Simon Snow Büchern bzw. aus Cath´s Fanfiction.

Cath war mir eine unheimlich sympathische Protagonistin, deren Handlungen nachvollziehbar waren und noch wichtiger: authentisch. Cath hat mit sozialen Ängsten zu kämpfen; folgend beschrieben (S.10): "Sie musste die Angst- dieses schwarze Rauschen hinter den Augen, dieses zusätzliche Herz in der Kehle- nach unten in den Bauch schieben, wo sie hingehörte; dort konnte sie sie wenigstens zu einem hübschen Knoten binden und damit leben." Dementsprechend vermeidet Cath angsteinflößende Situationen und versteckt sich hinter ihren Laptop; das Schreiben und Simon Snow sind ihr Lebensinhalt. Es dauert wirklich sehr lange, bis Cath es schafft aus ihrem Schneckenhaus zu gucken. Da ich öfters mit ähnlichen Problemen wie Cath zu kämpfen habe, war es besonders dieses ruhige, teilweise auf der Stelle tretende Element, was der Story seine Authentizität verlieh.
Auch die Nebencharaktere habe ich ins Herz geschlossen, sie haben Cath alle auf unterschiedlicher Weise geholfen, sich weiterzuentwickeln.

Leider hatte ich an manchen Stellen etwas Probleme mit dem Schreibstil. Ich musste öfters Sätze zweimal lesen, weil ich sie nicht richtig verstanden habe, was, meiner Meinung nach, durch abrupte Situations- oder Themenwechsel entstanden ist.

Fazit: Dieses Buch hat mich sehr berührt und wird mir definitiv noch lange im Gedächtnis bleiben.