Faszinierende Charaktere und ein Mordgeflecht

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dieschönehelena Avatar

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**Farben der Schuld** ist der vierte Kommissarin Judith Krieger Krimi. Die Haupthandlung spielt in Köln.

Ein vermeidlicher Priester wird von einem "Ritter" auf den steinernen Treppen einer Kirche mit einem Schwert mitten durch die Brust getötet. Die Nachricht, die der Täter hinterlässt, lautet "Mörder" und deutet auf ein nicht ganz sündenfreies Leben des Priesters hin. Einziger Zeuge ist der Renter Erwin Bloch, der ebenfalls vom "Ritter" niedergeschlagen wurde, aber keine aussagekräftigen Hinweise liefern kann. "Der Priestermord" wird Holger Kühne zugeteilt, mit dem Judith Krieger kein freundschafttliches Verhältnis pflegt. Ebenso sind Manni, Ralf Meuser und die Gerichtsmedizinerin Ekaterina Petrowa an dem Fall dran. Schnell wird allen klar, dass dieser Mord viele schlaflose Nächte bedeutet, denn er wirft zu viele Fragen auf. Wer ist der Täter? Was will er ihnen mit der Bottschaft sagen? Wer war das Opfer wirklich?

Judth Kriegers Anwesenheit bei diesem Fall wird deswegen quasi zur Pflicht. Diese wird erst frisch aus dem Krankenhaus entlassen, nach dem sie beim letzten Fall verletzt wurde und sogar einen Menschen töten musste, was stark auf ihre Psyche schlägt.

Neben dem Priestermord, sucht die junge Beatrice, kurz "Bat" genannt auf eigene Faust nach dem Mörder ihrer Freundin Jana, die mit 16 vor einen Zug gesprungen ist, aber wie Bat glaubt von einem gewissen Lars gestoßen wurde. In der Nacht als der Priester ermordet wurde befand sie sich tanzend auf dem Freidhof um den 18. Geburtstag von Jana zu feiern.

Wie könnten beide Fälle miteinander zu tun haben? Haben sie überhaupt etwas miteinander zu tun? Und wenn ja, worin besteht die Verbindung?

Gisa Klönnes Charaktere sind faszinierend und auf Anhieb sympathisch. Der Leser findet sich schnell ein in die Welt rund um Judith Krieger, auch wenn vorangegangene Fälle nicht bekannt sind. Der Reiz dieses Krimis liegt in dem Geflecht, dass es erst zu entwirren gibt und darin, dass bei der schon starken Leseprobe noch viel mehr zu erwarten ist. Für mich persönlich ist es auch ein besonderer Anreiz wenn tatsächlich existierende Schauplätze, Personen, Bands u.s.w. genannt werden. Dies animiert dazu sich selbstständig Informationen über diese Dinge einzuverleiben. So habe ich mit Freude den Bands _Love Is Colder Than Death_ und _Sisters of Mercy,_ die Bat auf dem Friedhof hört, gelauscht. Solche Feinheiten geben einem Buch immer eine besondere Note und sagen auch etwas über die Autorin aus. Insgesamt bin ich wirklich sehr positiv überrascht von der Qualität der Leseprobe, die nach dem Lesen sogar als zu kurz zu werten ist. "_Farben der Schuld_" ist definitiv lesenswert.

 

_"Ich weiß, dass mir nichts angehört als der Gedanke, der ungestört aus meiner Seele will fließen, und jeder günstige Augenblick, den mich ein liebendes Geschick von Grund aus lässt genießen." (Goethe)_